Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945 – K20 in Düsseldorf

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Seine Bilder wurden von den Nazis als entartet eingestuft und er fürchtete beim Ausbruch des Krieges 1939 in Paris nicht sicher zu sein. Er verließ die französische Hauptstadt und reiste mit seiner Lebensgefährtin, der Malerin und Fotografin Dora Maar, nach Royan. Seine in dieser Zeit entstandenen Werke sind subtil politisch. Sie werden als „schwarze Jahre der Besatzung durch die Deutschen“ in die Geschichte Frankreichs eingehen.

Pablo Picasso, Trois têtes de mouton / Drei Schafschädel / Three Lamb’s heads, 17.10.1939, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn, 2019, Photographic Archives Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia #K20Picasso #K20 Foto: © Kunstsammlung NRW

„Ich habe nicht den Krieg gemalt, weil ich nicht zu der Sorte von Malern gehöre, die wie ein Fotograf etwas darzustellen suchen. Aber ich bin sicher, dass der Krieg Eingang genommen hat in die Bilder, die ich geschaffen habe.“ sagt Picasso kurz vor Ende des Krieges, 1944.

Pablo Picasso
Picasso Pablo (dit), Ruiz Picasso Pablo (1881-1973). Paris, musÈe national Picasso – Paris. MP1308.

Im August 1940 kehrt er in die von den Deutschen besetzte Hauptstadt zurück. Er blieb in seinem Pariser Atelier. Nach der Befreiung der Stadt durch die Alliierten im August 1944 wurde er als Überlebender gefeiert.

Pablo Picasso – Werke, die während der Kriegsjahre entstanden sind

Jetzt präsentiert die Ausstellung „Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945“ im K20 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen diese Gemälde, Zeichnungen, Zeitdokumente und Skulpturen, die einen Einblick in das Schaffen des Künstlers während des Zweiten Weltkriegs ermöglichen. Sie machen darüberhinaus auch den Menschen sichtbar, der sich Herausforderungen und Widersprüchen des Alltags ausgesetzt sah.

Pablo Picasso, Nature morte au crâne de bœuf / Stilleben mit Stierschädel / Still Life with Bull’s Skull, 5.4.1942, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn, 2019, Foto: Walter Klein, Düsseldorf #K20Picasso #K20 Foto: © Kunstsammlung NRW

Es sind Porträts und Aktmalereien zu sehen, die Stilmittel aus seiner kubistischen Phase wieder aufleben lassen wie etwa der liegende Akt „Grand nu couché“. Ein Gemälde, das erst zum zweiten Mal seit seinem Ankauf durch Heint Berggruen 1997 in einer Ausstellung zu sehen ist.

Picasso zieht sich während dieser Zeit ins Private zurück: In der Ausstellung mit einer wandhohen Fotografie seines Ateliers und des anliegenden Parks mit Picassos Gemälde „Le Vert-Galant“ sichtbar.

Die düsteren Farben und dekonstruierten Körper, die Totenköpfe und Tierschädel, die in vielen Werken auftauchen, zeigen die Verwüstungen, Ängste und Schrecken, die der Zweite Weltkrieg ausgelöst hat und sich auch in das kreative Schaffen des großen Malers eingeschlichen haben. Die Werke legen so ein bedeutsames Zeugnis dieser Zeit ab und sind dennoch von ergreifender Ästhetik.

Eine einzigartige, sehr sehenswerte Ausstellung, kuratiert von Katrin Beißen.

Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Musée de Grenoble in, der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und in Kooperation mit dem Musée national Picasso-Paris entstanden. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Armin Laschet, dem Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Beziehungen zu Frankreich.

Pablo Picasso
Kriegsjahre 1939 bis 1945

15.02.2020 – 14.06.2020 im K20 in Düsseldorf

Titelbild: Installationsansicht „Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945“, K20, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, 2020, Foto: Achim Kukulies Foto: © Kunstsammlung NRW

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