Nils Wülker „UP“

„UP“ heißt das achte Album des exzellenten Jazz-Trompeters Nils Wülker, das schon mit seinem Titel zum Ausdruck bringt, wohin ihn der Weg als leidenschaftlicher Hobby-Kletterer und Musiker führt, immer schön bergauf zum Gipfel: Bereits vor Abschluss seines Studiums brachte Wülker bei Sony sein Debütalbum „High Spirits“ heraus, mit dem das Jungtalent Fachwelt und Jazzliebhaber gleichermaßen aufhorchen ließ. Erster Achtungserfolg stellte sich mit dem dritten Album „My Game“ ein, dem sich weitere Alben auf Wülkers eigenem Label „EAR Treat Music“ anschlossen, und die seinen Ruf als neue deutsche Jazz-Hoffnung untermauerten. 2013 dann die Auszeichnung als Preisträger des ECHO Jazz, dem der soeben verliehene German Jazz Award in Gold für Wülkers Album „Safely Falling“ folgte.
Und jetzt „Up“, mit dem Nils Wülker stilistisch und kompositorisch die Bilanz seiner zwölf Jahre umspannenden Karriere zieht. Unter den jüngeren deutschen Jazzern gilt Wülker als großer Melodiker und Ausnahmekomponist. Eingängige liedhafte Strukturen, die nicht an den Grenzen der Harmonien rütteln, und der seidige, warme Klang seiner Trompete, die den Zuhörer verzaubert dahinschweben lassen, sind ohne Zweifel die großen Stärken des 37-Jährigen gebürtigen Bonners und Wahl-Hamburgers. Dabei scheut Wülker den Schulterschluss mit Pop und Funk nicht und schafft mühelos den Spagat zwischen den verschiedenen Genres.

Auch „UP“ schlägt einen breiten stilistischen Bogen, bei dem gefühlvolle Balladen neben eindringlichen Hymnen und fetten Grooves stehen. Zudem betritt Wülker mit „UP“ Neuland, weil er mit Max Mutzke, Xavier Naidoo und Sascha Vokalisten mit ins Boot nimmt, die nicht unbedingt im Jazz unterwegs sind. Klar, Wülker glänzt erneut mit seiner fabelhaften Trompete, die markante Akzente setzt, freilich ohne spieltechnisch im Vordergrund zu stehen, vielmehr sucht er den Dialog mit großartigen Vokalisten, mit denen er sich zu einem harmonischen Ensemble vereint.

Das Album eröffnet mit dem herrlich melancholischen Instrumentalstück „Dawn“, einer verträumten Impression auf den anbrechenden Morgen, bei dem Wülkers Trompete von zarten Pianoklängen und sanften Jazzbesen untermalt wird. Beim Stück „Season“ ergänzt Max Mutzke mit seiner kehlig-rauen Soulstimme die lyrisch gespielte Trompete. „Three Grains of Saffron“ überrascht mit einer kräftigen Prise Funk und dem mitreißenden Gesang des britischen Vokalisten David McAlmonts. Demgegenüber ist der Song „Kelvingrove“, bei dem Wülker, unterstützt von den zarten Pianoimpressionen Craig Armstrongs und dem melodiösen Bass Edward MacLeans, am Flügelhorn brilliert, ein wunderschönes Stück Smooth Jazz, bei dem es sich spät abends nach einem langen stressreichen Tag mit einem Glas Rotwein herrlich entspannen lässt.

Die größte Überraschung ist vielleicht das vor schierem Übermut und guter Laune sprühende „Keeps on Walking“, bei dem Sascha (der Sascha? – Jawohl!) mächtig groovt, dass es einem in den Beinen zuckt. Doch auch die übrigen Songs sind durchweg exzellente Stücke und zeigen Wülkers großartiges Talent als Trompeter, Komponist und Arrangeur, die „UP“ zu einem absoluten Must have machen.

UPVÖ: 27.2.2015 bei Warner

Ab April 2015 ist Nils Wülker mit seiner Band in Deutschland auf Tour und präsentiert die Musik von “Up“ live:

 

 

02.10. Mainz, Frankfurter Hof
03.10. Worpswede, Musichall
04.10. Hannover, Jazzclub
07.10. Aschaffenburg, Colos-Saal
08.10. Stuttgart, BIX
09.10. Hameln, Lalu Traumfabrik
10.10. Oldenburg, Kulturetage
11.10. Herdecke, Werner Richard Saal
12.10. Bonn, Harmonie
13.10. Kassel, Theaterstübchen
14.10. Lüneburg, Salon Hansen
15.10. Kiel, Kulturforum

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