Nautilus – Nautiloid Quest // CD-Tipp

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Im eigenen Land ist das talentierte Jazztrio Nautilus, das Drummer Toshiyuki Sasaki 2014 gemeinsam mit dem Bassisten Shigeki Umezawa und dem Keyboarder Daisuke Takeuchi gegründet hat, schon recht bekannt. Hierzulande ist die Band noch ein Geheimtipp, was sich freilich mit ihrem europäischen Debütalbum NAUTILOID QUEST bald ändern könnte. Ihren Namen verdankt das Trio dem gleichnamigen Track des US-Pianisten und Smooth-Jazzers Bob James, der den Titel 1974 für sein Album ONE aufgenommen hatte.

Musikalisch pflegen Nautilus einen eingängigen Mix aus Jazz, Funk, Disco und Hip Hop, bei dem Sasakis grundsolides Schlagzeugspiel dominiert. Ihre Affinität für kraftvollen Jazzfunk zeigt die Band überzeugend mit einer instrumentellen Coverversion des Roy Ayers Klassikers „We Live in Brooklyn Baby“, das mit einigen interessanten Tempowechseln überrascht und bei dem sich Sasakis synkopische Drums und der fette Bass von Umezawa den Lead teilen. Viele Songs, wie z.B. der Titel „I.G.V“, haben mit einer hypnotischen Melodiephrasierung und verspielten Keyboardklängen geradezu Ohrwurmcharakter, der sie unwiderruflich ins Gehirn eingräbt.

Bei drei Titeln haben sich Nautilus Gastvokalistinnen als Verstärkung ins Studio geholt, was dem Sound zusätzliche reizvolle Nuancen verleiht. Mizuki Kamata gehauchter Gesang auf dem Vega-Cover von „Tom’s Diner“ kontrastiert sehr schön zu den pumpenden schwarzen Basslinien und furiosem Schlagzeugspiel. Kei Owadas Gesang versprüht im Song „Lady Day und John Coltrane“ schiere Unbekümmertheit und Lebenslust. Und Sara Yoshidas Stimme macht aus dem Stück „Good Enough“ eine beeindruckende Powerballade mit Hitqualität.

„Domo arigato, Nautilus“, „Danke schön“ für diesen famosen Einstand, der Lust auf mehr macht. Ein Dankeschön aber auch an das hannoversche Label Agogo Records, das mit dieser Veröffentlichung mal  wieder beweist, dass sie den richtigen Riecher für außergewöhnlich tolle  Musik haben.

Foto: Agogo Records

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