Natur- oder surreale Bildmotive – zwei unbedingt sehenswerte Ausstellungen

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Bäume in der Malerei sind ein beliebtes Motiv. Zwei bedeutende Künstler zeigen in einer umfangreichen Ausstellung der Kunsthalle Düsseldorf ihre Werke. Carroll Dunham aus den USA und der gebürtige Krefelder Albert Oehlen, die sich gegenseitig als den „wahrscheinlich besten Baum-Maler der Welt“ bezeichnen.

Foto: Carroll Dunham und Gladstone Gallery New York und Brüssel

Während Bäume bei Albert Oehlen blattlos kahl, mitsamt Wurzeln den Bildraum dominieren und zum figurativen Anstoß abstrakter Bilder werden, ist der Baum bei Carroll Dunham mal blühend, mal vom Wind gepeitscht, dann wieder frisch gefällt und tot zu sehen.

Vom Sujet des Baumes aus, lassen sich unzählige philosophische, theologische, soziologische, ökologische und natürlich kunsthistorische Betrachtungen ableiten. Vom biblischen Baum der Erkenntnis und damit dem Ort des ersten Sündenfalls bis zum Lieblingsmotiv der Romantiker, von der radikal-modernistischen Fragmentierung durch Piet Mondrian bis zur Pflanzung der 7.000 Eichen durch Joseph Beuys – der Baum ist immer wieder ein zentrales Motiv unserer Religions-, Geistes- und Kulturgeschichte.

Der Baum ist für die beiden Künstler Anlass zu purer Malerei, zum Ort des unermüdlichen Experiments, zu einem Testfall für die immer noch nicht erschöpften Potentiale eines uralten analogen Mediums. Letztlich geht es um die Frage nach der Abstraktion von Welt. Für Dunham und Oehlen damit um nichts weniger als den visuellen Sinn des Lebens in der Kunst.

Die Ausstellung ist eine Produktion der Kunsthalle Düsseldorf und wird kuratiert von Gregor Jansen und Cornelius Tittel in enger Kooperation mit den Künstlern.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildertes Katalogbuch mit Texten zum Werk beider Künstler im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln.

Objekte der Begierde
Surrealismus und Design 1924 – heute

Dan Tobin Smith, A Matter of Perspective
(published in Wallpaper*, no. 69, June
2004, set design by Lyndsay Milne
McLeod)
© Dan Tobin Smith

Der Surrealismus zählt zu den einflussreichsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts. In seinen traumhaften Bildwelten hatten Alltagsobjekte eine zentrale Bedeutung, sie wurden verfremdet, ironisiert oder zu seltsamen Zwitterwesen zusammengesetzt.

So entstanden einige Schlüsselwerke moderner Kunst, darunter Marcel Duchamps »Fahrrad-Rad« (1913) oder Salvador Dalís »Hummertelefon« (1936). Doch der Surrealismus gab umgekehrt auch dem Design wichtige Impulse. Seit dem 28. September 2019 präsentiert das Vitra Design Museum eine große Ausstellung, die den Dialog zwischen Surrealismus und Design umfassend untersucht.

Zum ersten Mal wird gezeigt, wie überraschend stark der Surrealismus das Design der letzten 100 Jahre beeinflusst hat – von Möbeln und Interieurs bis hin zu Grafik, Mode, Film und Fotografie.

Die Ausstellung umfasst unter anderem Werke von Gae Aulenti, BLESS, Achille Castiglioni, Giorgio de Chirico, Le Corbusier, Salvador Dalí, Dunne & Raby, Marcel Duchamp, Max Ernst, Ray Eames, Front, Friedrich Kiesler, Shiro Kuramata, René Magritte, Carlo Mollino, Isamu Noguchi, Meret Oppenheim, Man Ray, Iris van Herpen und vielen anderen.

https://www.design-museum.de/

Titelbild: Bocca (Sofa), 1970
© Gufram/Studio65, photo: Jürgen
HANS © Vitra Design Museum

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