#Metoo im Museum, Musik und Filme zum Weltfrauentag

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Am 8. März ist Weltfrauentag. Wir haben einen Mix aus Film, Musik und #metoo im Museum zusammengetragen. Die Beiträge zeigen jedoch, gleichgültig in welchem Jahrhundert und in welchem Land, immer gibt es Frauen, die stark und selbstbewusst sind und sich behaupten, auch wenn die Umstände alles andere als leicht sind.

#Metoo im Museum?

Das Zentrum für verfolgte Künste im Kunstmuseum Solingen lädt ein zu einem Besuch, der unter dem Blickwinkel der weltweiten #metoo-Debatte steht. Vor diesem Hintergrund werden dort ausgestellte Werke betrachtet.

Literaturwissenschaftlerin Birte Fritsch und Zentrumsdirektor Jürgen Kaumkötter begleiten auf einem kritischen Rundgang und nehmen zu Fragen Stellung wie: Werden im Zentrum für verfolgte Künste Werke weiblicher Künstlerinnen gleichgestellt präsentiert?


„Liegende Schwangere“ von Oscar Zügel, Öl auf Leinwand, 1924, © Bürgerstiftung/ Zentrum für verfolgte Künste

Gibt es übergriffige Darstellungen, werden sie banalisiert? In welchem Zusammenhang wird die schwangere Frau von Oskar Zügel dargestellt, warum liegt sie nackt auf dem Sofa? Ist das in der Literaturabteilung gezeigte Foto der unbekleideten Claire Goll, aufgenommen von Rainer Maria Rilke, wirklich wichtig für das Verständnis ihrer Lebensgeschichte?

Eine ungewöhnliche Tour, die viele Fragen beantworten wird und sicher zum Nachdenken anregt: www.verfolgte-kuenste.com

Filmtipps zum Weltfrauentag

Waterproof

Khawla und Aysha sind Klempnerinnen in Jordanien. Das klingt zunächst nach einem ganz normalen Beruf. Doch in Jordanien, wo die Rechte der Frauen stark eingeschränkt sind, ist diese Tatsache etwas Besonderes. Khawla ist eine modern und praktisch denkende Frau. Als ihr klar wurde, dass viele Frauen in jordanischen Haushalten keine Klempner ins Haus lassen können – weil es verboten ist, mit einem fremden Mann allein zu sein – wusste Khawla, was zu tun ist.

Für Aysha ist der Weg zur Eigenständigkeit, den Khawla mit der Gründung ihrer NGO schon längst beschritten hat, noch weit. Zwar hinterfragt auch sie die traditionellen Muster und Werte, doch ist sie noch stärker in ihnen verhaftet. Als Khawla wegen Verdacht auf Korruption angeklagt wird, steht nicht nur Ayshas Zukunft auf dem Spiel, sondern auch ihre Freundschaft zu der Frau, die stets für sie da war, wenn Aysha von ihren Träumen und Wünschen erzählt hat.

© rise and shine cinema

WATERPROOF von Daniela König greift als Dokumentarfilm ein ungeheuer spannendes und wichtiges Thema auf. Dabei wird das Thema aus reiner Frauensicht erzählt. Männer sind zwar in die Geschichte involviert, doch sie stehen im Hintergrund. Es sind die Frauen, die als starke Persönlich-keiten faszinieren und die Daniela König mit großer Nähe begleitet. Schon von Beginn an ist man als Zuschauer ein Teil der Frauengruppe, wenn Khawla ihre Kolleginnen mit dem Auto abholt und mit ihnen laut und fröhlich ein Lied auf die Freiheit singt.

Daniela König und ihr Team lassen den Zuschauer durch klug gewählte Bilder und den richtigen Sinn für Atmosphäre und Stimmung in eine fremde Kultur eintauchen. Dabei entsteht kein Urteil, keine Perspektive aus der Fremde heraus, sondern ein offener und ehrlicher Blick für Ambiva-lenzen, Konflikte und Andersartigkeiten. Die unaufgeregte Erzählhaltung erlaubt es, genauen Einblick in die Geschichte der Frauen zu erhalten, und durch die Vertrautheit zur Regisseurin gelingen auch nahe Momente der Freundschaft zwischen Khawla und Aysha, die auf eine große Probe gestellt wird.

WATERPROOF ist ein ehrlicher, berührender und beeindruckender Film über starke Frauen, die ihren Weg zu einem selbstbewussten und selbstbestimmten Leben gemeinsam gehen. Text:ots/ FBW

DANIELA KÖNIG
Daniela König ist 1990 im sächsischen Görlitz geboren und aufgewachsen, nachdem ihre Mutter 1985 aus der Sowjetunion in die DDR immigrierte. Ab 2010 studiert sie an der Bauhaus-Universität in Weimar Mediendesign. 2013 erhält sie den Filmförderpreis des Bauhaus Filminstituts für ihren Bachelor-Film ‘Peace To Those Who Try’, den sie in Israel und Palästina gedreht hat. Ab 2016 reist sie regelmäßig nach Jordanien, realisiert dort diverse Foto- und Videoreportagen. Im Auftrag des Deutschen Komitees für UN Women besucht sie das Flüchtlingslager Zaatari an der Grenze zu Syrien und dokumentiert den Alltag von Frauen, die im Camp mit von UN Women bereitgestellten Jobs ihre Familien versorgen. Ende 2016 fliegt sie nach Griechenland, wo sie den kurzen Dokumentarfilm “Mission Warehouse” über das Geschäft der NGOs mit der Flüchtlingskrise auf der Insel Lesbos realisiert.

Emma

Die Neuverfilmung von Jan Austens Roman Emma in der Regie von Autumn de Wild erzählt die Geschichte der jungen Emma Woodhouse, deren größte Freude es ist, andere Menschen zu verkuppeln. Doch die Pläne der jungen Frau bringen nach und nach das Leben der gesamten Gemeinde durcheinander.

Die FBW-Jury verlieh der Gesellschaftskomödie das höchste Prädikat „besonders wertvoll“ und schreibt in ihrer Begründung: „Witz und Musikalität sind die Stärken dieser Regisseurin. Die Bewegungen und Dialogsätze sind rhythmisch präzise gesetzt, und wenn sich die Filmfiguren in den Räumen bewegen, sind diese Sequenzen choreografisch inszeniert. Da ist die Musik dann genau auf eine Geste oder einen Ausruf hin arrangiert. De Wilde, die sich mit Musikvideos einen Namen gemacht hat, inszeniert ungewöhnlich musikalisch. Und sie hat erkannt, dass Jane Austen im Grunde eine komische Autorin ist.“

Jane Austen (16. Dezember 1775-18. Juli 1817) heiratete übrigens nie, sondern war zeitlebens auf ihre Verwandtschaft angewiesen.

Eine starke Stimme, die Sopranistin Vuvu Mpofu

Die südafrikanische Sopranistin Vuvu Mpofu ist noch keine 30 Jahre alt, doch ihre wunderbare und schillernde Stimme, mühelose Technik und grenzenlose Musikalität haben sie bereits berühmt gemacht. Anerkannt für ihr virtuoses Belcanto-Repertoire, umfasst ihre Stimme zudem eine beeindruckende Bandbreite. Sie kann Rollen und Musik von Mozart, Beethoven, Rossini, Wagner und Schrecker singen.

Vuvu Mpofu studierte am South African College of Music an der Universität Kapstadt. 2019 wurde sie mit dem renommierten John Christie Award beim Glyndebourne Festival ausgezeichnet, zudem ist sie Preisträgerin sowohl des Operalia-Wettbewerbs als auch des Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerbs.

Vuvu ist demnächst in der Rolle der Corinna der Rossini Oper „Il Viaggio a Reims“ zu sehen. Eine Premiere in der Oper Köln.

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