Melody Gardot – Currency Of Man

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Nicht nur ihr Äußeres hat sich gewandelt – auch ihr neues Album “Currency Of Man” zeigt eine musikalisch neue Melody Gardot. Inspiriert wurde sie diesmal nicht durch ferne Orte, die sie besuchte, nein, musikalische Inspiration erhielt sie, indem sie in der Zeit zurückreiste. Doch die Texte ihrer Songs beziehen sich dennoch auf das Hier und Jetzt: Radiorauschen und Stimmengewirr bilden den akustischen Hintergrund für die Menschen, die nichts zu verlieren haben, weil sie nichts haben. Melody Gardot hat sich diesen Menschen zugewandt, die selten oder gar nicht im Vordergrund stehen.
Sie singt von den Tafeln und Suppenküchen, die dort die Hilflosen, Obdachlosen und Hungrigen ernähren; sie singt von Rassen- und Religionskonflikten und davon, dass Krieg, Hunger und Armut für viele Menschen konstante Begleiter sind. Inmitten dieses Chaos’ jedoch, das die Welt auf den Kopf stellt, geht die Suche nach Liebe, Wahrheit und Frieden weiter.
Das sind die Themen des Albums. Die sanfte Stimme der Gardot und die funkigen Bassrhythmen und Retro-Soul-Bläserarrangements, die euphorischem Gospel-Chorgesänge und die esoterischen Orchestrationen offenbaren die musikalische Seite des Albums. Es ist eine neue musikalische Linie, die uns in die späten Sechziger und frühen Siebziger zurücktransportiert. Eine heiße und zugleich souveräne Melange aus Soul und Funk.

Produziert wurden die Aufnahmen des Albums erneut von Larry Klein. Alle Songs hat Melody Gardot geschrieben und sie bemerkt dazu: “Beim Schreiben der Stücke für dieses Album habe ich völlig neue Erfahrungen gemacht. Es war ein reflektierender, kollektiver Prozess. Weniger persönlich und mehr beobachtend.Die Geschichten, die ich erzähle, wurden in keinster Weise zensiert. Sie sind eine Stellungnahme. Es geht nicht um Liebe oder Verlangen und auch nicht um Phantasien… Es geht um das Leben und die Leute, die es führen – in diesem Moment”, sagt sie. “Ich denke, dass es unsere Aufgabe als Künstler ist, unsere Brille aufzusetzen und die Welt genau zu betrachten. Und wir müssen uns fragen, ob wir das, was wir da sehen, einfach hinnehmen können.

“Same To You”, ist ein frecher, funkiger Song mit gospelartigem Background-Gesang und scharfen Bläsersätzen, er zeigt einmal mehr die Vielseitigkeit der Künstlerin. “Morning Sun”, singt sie dagegen mit sanfter Stimme, begleitet vom akustischen Klavier und gedämpften Bläserklängen – ein weiteres Highlight des Albums.

Melody-Gardot ©-Franco-Tettmanti

Melody-Gardot ©-Franco-Tettmanti

Sehr politisch wird Melody Gardot mit dem Song “Preacherman“, der auf eine wahre Geschichte zurückgeht: Emmett Till, ein schwarzer Teenager, dessen rassistisch motivierte Ermordung 1955 entscheidend mit zur Entstehung der schwarzen Bürgerrechtsbewegung führte. Der kraftvolle Gospelchor, der Melody hier den Rücken stärkt, besteht aus Fans der Sängerin und wurde via Facebook zusammengestellt.

“Dieses Album handelt davon, welchen Wert wir in dieser Welt haben”, sagt Melody Gardot über “Currency Of Man”, “und auch davon, dass jeder – unabhängig von seinem Status, seiner Herkunft oder Hautfarbe – einen Zweck erfüllt. Larry und ich wollten von Anfang an, eine Art Film in der Musik machen. Es ist kein gewöhnliches Projekt. Wir wollten, dass der Hörer sich mit geschlossenen Augen ein Bild vom Leben der Leute machen kann, die uns zu diesen Geschichten inspirierten… und ich glaube, das ist uns gelungen.”

Melody Gardot hat mit Currency of Man ein bemerkenswertes Album herausgebracht, das offenbart, was für eine hervorragende und reflektierte Künstlerin sie ist

Universal / Decca
VÖ: 29.05.2015

“Same to You“


“Preacherman”

Preacherman Statement from Melody Gardot:

The song is inspired by the story of Emmett Till. It talks about his life, but more importantly it centers on the idea that racism is not dead. Sixty years ago he died, the same way that Trayvon Martin died – for nothing – and to put it plainly, I’m tired of it. The lyrics recount this young boy’s story, as it deserves to be told and remembered, but more importantly the song also begs the question ‘How many times do we have to repeat ourselves before we learn from our mistakes?‘

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