Literaturpreis der Europäischen Union 2014

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Auf der Frankfurter Buchmesse sind heute die Gewinnerinnen und Gewinner des Literaturpreises der Europäischen Union 2014 bekanntgegeben worden. Mit diesem Preis werden die besten Nachwuchsautorinnen und -autoren in Europa ausgezeichnet. Die diesjährigen Preisträger sind: Ben Blushi (Albanien), Milen Ruskow (Bulgarien), Makis Tsitas (Griechenland), Oddný Eir (Island), Janis Jonevs (Lettland), Armin Öhri (Liechtenstein), Pierre J. Mejlak (Malta), Ognjen Spahić (Montenegro), Marente de Moor (Niederlande), Uglješa Šajtinac (Serbien), Jan Němec (Tschechische Republik), Birgül Oğuz (Türkei) und Evie Wyld (Vereinigtes Königreich).

Der Literaturpreis der Europäischen Union kann an Staatsangehörige der Länder vergeben werden, die am EU-Programm für die Kultur- und Kreativbranche, Kreatives Europa, teil­nehmen. Jedes Jahr wählen nationale Jurys in einem Drittel der Länder – diesmal waren es 13 – die Gewinnerinnen und Gewinner aus.
Die Gewinner erhalten je 5000 EUR, und – wichtiger noch – sie stehen im Rampenlicht und werden einem größeren internationalen Publikum bekannt. Ihren Verleger wird nahegelegt, EU-Mittel zu beantragen, um die preisgekrönten Bücher übersetzen zu lassen und so weitere Absatzmärkte zu erschließen.

Der Preis wurde erstmals im Jahr 2009 vergeben. Seitdem hat die EU Gelder für die Übersetzung der Bücher von 56 der insgesamt 59 Preisträger in 20 europäische Sprachen bewilligt. Durchschnittlich sind drei bis vier Übersetzungen je Buch angefertigt worden; insgesamt waren es 203. Den Gewinnerinnen und Gewinnern wird außerdem zusätzliche Aufmerksamkeit auf den großen Buchmessen Europas, darunter Frankfurt, London, Göteborg und das Passa-Porta-Festival in Brüssel, zuteil.

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger werden am 18. November im Concert Noble in Brüssel im Rahmen einer Galaveranstaltung ausgezeichnet, an der auch das für Bildung und Kultur zuständige Kommissionsmitglied, Mitglieder des Europäischen Parlaments und Vertreter des italienischen EU-Vorsitzes anwesend sein werden.

Der Literaturpreis der Europäischen Union wird von der Europäischen Kommission zusammen mit der Europäischen Buchhändlervereinigung, dem Europäischen Schriftstellerrat und der Vereinigung europäischer Verleger organisiert.

Hintergrund

Der Literaturpreis der Europäischen Union erhält Mittel aus dem neuen Programm „Kreatives Europa“, das die Wettbewerbsfähigkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft stärken und die kulturelle Vielfalt fördern soll. Das neue Programm wird für den Zeitraum 2014-2020 mit insgesamt 1,46 Mrd. EUR ausgestattet; das sind 9 % mehr als unter dem Vorläuferprogramm. Damit kann unter anderem die Übersetzung von 4500 Büchern finanziert werden. Außerdem ermöglicht es über 250 000 Künstlern und Kulturschaffenden, mit ihren Werken internationale Bekanntheit zu erlangen, und es können Hunderte von europäischen Projekten, Plattformen und Netzwerken im Bereich der kulturellen Zusammenarbeit unterstützt werden.

Im Rahmen des vorherigen Kulturprogramms (2009-2013) hatte die Europäische Kommission pro Jahr durchschnittlich 2,5 Mio. EUR für Literaturübersetzungen und über 2,4 Mio. EUR für Kooperationsprojekte im Buchsektor bereitgestellt. Im Jahr 2014, dem ersten Jahr des neuen Programms „Kreatives Europa“, stehen für Literaturübersetzungen insgesamt 3,6 Mio. EUR zur Verfügung.

Die Buch- und Verlagsbranche trägt 23 Mrd. EUR zum Bruttoinlandsprodukt der EU bei und bietet 135 000 Vollzeitarbeitsplätze. Buchverlage machen mit bis zu 4,5 % des EU-BIP und mehr als acht Millionen Arbeitsplätzen einen bedeutenden Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft aus. Zwar haben sich diese Branchen als relativ krisensicher erwiesen, doch bestehen angesichts der fortschreitenden Digitalisierung, der Globalisierung sowie eines kulturell und sprachlich fragmentierten Marktes auch dort große Herausforderungen.

Folgende Länder nehmen zurzeit am Programm „Kreatives Europa“ teil: die 28 EU-Mitglied­staaten, Island, Norwegen, Albanien, Bosnien und Herzegowina, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro und Serbien. Ab 2015 dürften weitere Länder hinzukommen.

Foto: Helvetica
Fotoquelle: Piqs.de
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