Endlich bringt Lea Lu das Album raus, worauf wir gewartet haben

Die eigene Renaissance auf Vinyl gepresst

Das letzte Mal, als ich Lea Lu traf, arbeite sie an ihrem letzten Album, das auf Sony erscheinen sollte. „Wenn das nix wird, höre ich auf und mach etwas anderes“, sagte sie mir. Zum Glück erwischte ich sie damals mit meiner Frage, ob sie happy mit ihrer Entwicklung sei, nur am falschen Tag.

Zwei Jahre später sitzen wir im Bonheur in Zürich, als sie mir stolz ihr neues Album in die Hände drückt. In Eigenregie geschrieben und produziert hat sie -von Verträgen und Erwartungen befreit- ihre Renaissance auf Vinyl gepresst.

Es sind 40 Songs in weniger als zwei Jahren entstanden, aus denen nun die erste Auswahl auf ihrer EP „Rabbit“ erscheint.

Die sechs Stücke bauen aufeinander auf und schlagen einen Bogen, der mit dem düsteren „Rabbit“ beginnt und mit „Shadows“ endet.

Dazwischen liefert sie mit „Go Slowly“, „Nothing Sweeter“, „Too Long“ ein virtuoses Arrangement ihrer Stimme, die in vier Dimensionen geteilt im Raum schweben und gleichzeitig lose mit einander verbunden sind. Dank ihrem filigranen Anschlag auf der Gitarre und Claudio Strüby’s Akzente auf dem Schlagzeug bekommen die Songs genau die richtige Dosis Pop.

Das letzte Stück „Shadows“ ist ein Cliffhanger, so dass die Repeat-Taste die einzig verbliebene Konsequenz bleibt, nachdem die letzten Töne ausklingen.

Rabbit & Repeat

Während ich die Review schreibe, höre Lea Lu’s EP bereits zum sechsten Mal in Folge. Und dabei entdecke bei jedem Stück immer neue Details, die mich faszinieren. Mal sind es harmonische Abweichungen, mal sind es einzelne Wörter und immer wieder ist es die Klangfarbe ihrer Stimme, die immer frei und nie routiniert klingt.

Am Ende des Gesprächs frage ich sie erneut, ob sie nun happy sei und was sie mit ihrer Musik machen möchte. Ihre Antwort ist ganz einfach:

„Die Musik ist ein Arm von mir. Das kann ich nicht einfach abschneiden!“

Tu das nicht, liebe Lea. Mach einfach nur so weiter!

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