Kunstwerke erstmals in Deutschland zu sehen

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Erstmals sind Werke des flämischen Künstlers Philippe Vandenbergs (1952–2009) in Deutschland zu sehen. Die Hamburger Kunsthalle zeigt in einer groß angelegte Schau rund 80 Bilder und 120 Zeichnungen/Druckgraphiken aus den Jahren 1993 bis 2009. Viele Exponate stammen aus dem Nachlass des Künstlers und sind das erste Mal überhaupt ausgestellt.

Vandenbergs Kunst ist geprägt von einer großen Intensität, die verstörend und anregend zugleich ist. Der Ausstellungstitel Kamikaze verweist auf ein zentrales künstlerisches Prinzip des Künstlers. Kamikaze bedeutete für ihn kreative Zerstörung, d.h. ein Ermöglichen von Neuem auf der Grundlage der Vernichtung des Alten. Dieses Prinzip findet sich in Philippe Vandenbergs malerischem und zeichnerischen Werk in vielfältiger Weise: in zahlreichen stilistischen Brüchen, in den Prozessen des Übermalens und des Abschabens bestehender Bilder, in Kamikaze als geschriebenem Wort beziehungsweise in seiner rätselhaften Abkürzung »K.A.« oder »KA.M.« sowie in vielen Bildmotiven und wiederkehrenden Zeichen.

Hierzu gehören beispielweise das Motiv der brennenden Mönche (des politischen Protestsuizids durch Selbstverbrennung). Es sind Themen des aktuellen Weltgeschehens, aus Literatur und Kunstgeschichte, Mythen und Sagen, die Vandenbergs Kunst durchziehen. Bezeichnend für Vandenbergs Werk sind jedoch immer die extremen Gegensätze, denen der Mensch ausgesetzt ist und denen Vandenberg sich widmet: der Gleichzeitigkeit von Liebe und Hass, Schönheit und Hässlichkeit, Unschuld und Schuld.

Philippe Vandenberg – Kamikaze

16. Nov 2018 bis 24. Feb 2019
Hamburger Kunsthalle

„Es war einmal in Amerika“

Dreihundert Jahre US-amerikanische Kunst – im Wallraf-Richartz-Museum in Köln ist sie mit einer großen Sonderschau zu sehen. Sie beginnt mit Werken aus der Kolonialzeit, führt zu den Meistern des amerikanischen Realismus und endet mit Beispielen des Abstrakten Expressionismus. Mehr als 130 Leihgaben aus den renommiertesten Sammlungen und Museen der Vereinigten Staaten und Europa holt das Museum nach Köln.

Dank der herausragenden Qualität der Exponate erhalten die Besucher einen einzigartigen Einblick in die faszinierende Vielfalt dieser Kunst. Wie lebendig, innovationsbereit und experimentierfreudig sie war, veranschaulichen sowohl weltberühmte als auch hierzulande kaum bekannte Gemälde, Skulpturen und Fotografien sowie Beispiele der Native American Art.

Aufgeteilt in acht Ausstellungskapitel spiegeln die Exponate in chronologischer Abfolge grundlegende künstlerische Entwicklungen und Strömungen. Die Schau beweist eindrucksvoll, dass es nicht „die eine“ US-amerikanische Kunstgeschichte gibt, sondern eine Vielzahl derer.

„Es war einmal in Amerika“ bietet einem breiten Publikum die einmalige Chance, der US-amerikanischen Kunst mit einem aktuellen Blick zu begegnen und nicht zuletzt auch das jeweils eigene Amerikabild zu erweitern. Nach Inhalt und Umfang wird die Sonderschau im Wallraf die erste ihrer Art in Deutschland sein. Die Ausstellung wird gefördert von der Kunststiftung NRW.

Zu sehen sind Werke von berühmten Künstlern wie Benjamin West, John Copley, Edward Hopper, George Bellows, Georgia O’Keeffe, Mark Rothko und Barnett Newman. Die meisten Exponate waren bisher nur selten oder noch nie in Deutschland zu sehen.

„Es war einmal in Amerika“
300 Jahre US-amerikanische Kunst

läuft vom 23. November 2018 bis zum 24. März 2019 ausschließlich in Köln.
Wallraf-Richartz-Museum – Köln

Titelbild:Philippe Vandenberg (1952–2009)
Aimer c’est flageller II (To Love is to Flagellate II), 1981–1998
Öl und Kohle auf Leinwand, 152 x 302 cm
© The Estate of Philippe Vandenberg / Courtesy Hauser & Wirth

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