Kunstausstellungen in NRW

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Drei Ausstellungen in Nordrhein-Westfalen präsentieren ungewöhnliche und beachtenswerte Künstler.
Dem 1968 in Radeberg geborene Künstler Thomas Scheibitz widmet das Kunstmuseum Bonn eine umfangreiche Ausstellung mit rund siebzig Werken. Der Künstler bewegt sich in seinem künstlerischen Schaffen zwischen den Polen Malerei und Skulptur und hat seit seinem ersten großen internationalen Auftritt im deutschen Pavillon auf der Biennale Venedig 2005 stetig an Aufmerksamkeit und Bedeutung gewonnen. Heute gehört zu den international beachteten, diskursprägenden Positionen seiner Generation. Mehr als die Hälfte aller gezeigten Werke ist neu für die Schau entstanden. Ergänzt wird das aktuelle Konvolut durch ausgewählte Arbeiten aus den Jahren 1995–2016, die paradigmatisch die Entwicklungslinien, Kontinuitäten, aber auch Neuansätze dieses Œuvres sichtbar machen.
http://www.kunstmuseum-bonn.de/

Paul Schwer, Bazoi (3-12/12), 2012, Siebdrucklack auf PET-G, Pigmente Foto: Paul Schwer & VG Bild-Kunstbilder

FARBE.LICHT.RAUM

Die Ausstellung FARBE.LICHT.RAUM vereint Malerei nicht nur in Form des klassischen Tafelbildes. Sie tritt auch in strengem schwarz-weiß auf, und Farbe ist auch auf anderen Trägermaterialien zu finden. Flach, und auf den ersten Blick an das Tafelbild angelehnt, zeigt sich zum Beispiel eine besondere Materialität in der Verbindung des Trägers mit der Farbe.
Auch installativ wird Farbe erlebbar sein. Im Raum schwebend, auf papierenem Träger oder als hoch glänzende, architekturbezogene Intervention. Das Licht, das uns diese sinnlichen Seherfahrungen ermöglicht, ist bildgebender Bestandteil raumbezogener Arbeiten. In diesen wiederum kann das Licht selbst auch zur Farbe werden. So vereint die Ausstellung künstlerische Positionen der Malerei, Skulptur und Installation, um visuelle und gedankliche Räume in und mit den Kunstwerken zu eröffnen.
Beteiligte KünstlerInnen: Sybille Hassinger, Nicole Jana, Arjan Janssen, Paul Schwer, Elisabeth Sonneck, Rainer Splitt, Claudia Vogel, Ulrich Vogl.

Künstlerhaus Dortmund
Sunderweg 1,
44147 Dortmund
kh-do.de

Gegen die Strömung


Lawrence Weiner WE ARE SHIPS AT SEA NOT DUCKS ON A POND, 2015 Offsetlithografie, 42 x 60 cm Chelsea Space, University of the Arts London © VG Bild-Kunst, Bonn 2018bilder

Reise ins Ungewisse zeigt 19 internationale Positionen der zeitgenössischen Kunst, die sich mit dem Reisen als existentiellem Wagnis auseinandersetzen. Jeder Aufbruch ist mit Risiken verbunden, ist ein Aufbegehren gegen das Alte und Gewohnte, gegen Beharrungskräfte, die einen zurückhalten oder begrenzen. Jeder Anfang einer Reise setzt den Bruch mit dem Alltag voraus. Er benötigt einen starken, von Innen oder Außen kommenden Impuls, das bisherige Leben zumindest auf Zeit zu verlassen und sich auf den Weg zu machen – gegen alle Widerstände und trotz des ungewissen Ausgangs.

Die in der Ausstellung präsentierten Arbeiten umkreisen als zentrales Motiv das im Aufbruch bereits angelegte, einschneidende Moment des Neuanfangs.

Auf Reisen fließen Vertrautes und Fremdes zusammen, Reisende überwinden Grenzen und bauen Brücken. Hat man die eingrenzende Ordnung des Heims erst verlassen, so ist eine genaue Kenntnis des Ziels gar nicht entscheidend. Die Bewegung selbst wird zum neuen Medium der Wahrnehmung. Die Passage verändert das Befinden und das Bewusstsein, sie erweitert Wissens- und Erfahrungshorizonte.

Mit Werken von Bas Jan Ader (NL), Kader Attia (F), Björk (ISL), stanley brouwn (NL), Daniele Cudini (I), Jack Goldstein (CA), Rodney Graham (CA), Kris Martin (BE), Bruce Nauman (USA), Roman Ondak (SVK), Panamarenko (BE), Peter Piller (DE), Anne Pöhlmann (DE), Daniel Richter (DE), Thomas Ruff (DE), Melanie Smith (UK), Javier Téllez (VEN), James Webb (ZAF) und Lawrence Weiner (USA).

Museum Morsbroich
Gustav-Heinemann-Straße 80
D – 51377 Leverkusen
museum-morsbroich.de

 

Titelfoto:Thomas Scheibitz, Auge, 2017, Öl, Vinyl, Pigmentmarker auf Leinwand, 100 x 180 cm; Foto: Gunter Lepkowski