Jersey Boys Filmkritik

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Nicht weniger als 23 Alben veröffentlichte die US-Band „The Four Seasons“ zwischen 1962 und 1976, die mit Songs wie „Big Girls Don’t Cry“, „Walk Like a Man“, „Sherry“ und „Rag Doll“ unvergessene Hits landete. Eingängige Melodien und vor allem die Falsettstimme Frankie Vallis prägten den unverwechselbaren Sound der Band.

Seit fast zehn Jahren ist das mit vier Tony Awards ausgezeichnete Jukebox-Musical „The Jersey Boys“, das die Story der Band erzählt, ein Kassenmagnet am Broadway und wird mit großem Erfolg im Londoner West End sowie auf den Bühnen zahlreicher anderer Metropolen der Welt gespielt. US-Schauspieler, Regisseur und Musikliebhaber Clint Eastwood hat das Musical jetzt in einer soliden Bearbeitung auf die Leinwand gebracht. Das Drehbuch zu Eastwoods Adaptation lieferte das Musical-Autorenduo Marshall Buckham und Rick Elice. Auch die Erzählperspektive, bei der die Protagonisten abwechselnd direkt in die Kamera blickend sich an die Zuschauer wenden und in knappen Kommentaren ihre Sicht der Dinge darlegen, wurde beibehalten. Dennoch ist Eastwoods Werk weder eine platte Verfilmung des Musicals noch ein Musikfilm, auch wenn in einer längeren Sequenz die Band mit dreien ihrer bekanntesten Titel bei einem TV-Liveauftritt sehr schön aus verschiedenen Perspektiven gefilmt wird und etwas von der Magie der Musik der „Four Seasons“ vermittelt.

Eastwoods Thema sind vielmehr die Licht- und Schattenseiten des amerikanischen Traums, der steinige Weg der vier jungen Männer Tommy DeVito, Bob Gaudio, Nick Massi und Frankie Valli, die stets mit einem Bein im kriminellen Milieu stehend im tristen Arbeiterviertel Belleville der US-Stadt Jersey aufwachsen, eine Band gründen und nach etlichen Versuchen und vor allem dank des Songwriter-Ausnahmetalents Bob Gaudios schließlich zu großem internationalen Ruhm aufsteigen.

Doch der Erfolg bringt auch große Probleme mit sich. Neid und Missgunst unter den vier Freunden wachsen, führen zu offenen Rivalitäten, an denen die Band schließlich zerbricht. Tommy, Leadgitarrist und Manager der Band, fällt auf einen üblen Kredithai herein, häuft ohne Wissen der anderen Schulden an, für die die Band gerade stehen muss. Frankies Ehe kriselt, seine Tochter kommt unter tragischen Umständen ums Leben. Bassgitarrist Nick, der ewigen Tourneen überdrüssig, steigt schließlich ganz aus. Erst 1990, als die Four Seasons in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen werden, kommt die Band noch einmal zu einem Konzert zusammen.

Bereits vor dem heutigen Filmstart ist der von Ex-Bandmitglied Bob Gaudio sehr sorgfältig und mit viel Liebe zum Detail zusammengestellte Soundtrack „Jersey Boys Music from the Motion Picture and Broadway Musical“ erschienen, der neben einigen der schönsten Originalaufnahmen von Frankie Valli & the Four Seasons die aktuellen Versionen der Songs enthält, die von den Darstellern des Films und Musicals interpretiert werden.

 

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Album mit 25 Tracks gibt es seit dem
25. Juli als CD und zum Download.

www.jerseyboys-derfilm.de
www.facebook.com/jerseyboysderfilm

 

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