Jazzfest Berlin 2018 mit Jazzmeia Horn

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In Berlin ist das jährliche Jazzfest zu einer Institution geworden. Das Programm des diesjährigen Festivals jedoch nimmt verschiedene Themen in den Fokus. Mit 17 Projekten aus 12 Ländern ist die aufstrebende Jazzszene Europas in ihrer Vitalität und Vielfalt präsent. Chicago wird als gewachsener Ort des kreativen Austauschs und des kollektiven Miteinanders in sieben Acts erfahrbar. Die emanzipatorische Geschichtsschreibung der afroamerikanischen Musik, die gleichermaßen von Unterdrückung und Rassismus wie von Befreiung und Empowerment erzählt, wird aus historischer Perspektive und in vielgestaltigen Spielarten bis hin zum aktuellen Afrofuturismus beleuchtet.

Unter den 35 Acts sind insgesamt acht Uraufführungen und neue Produktionen. Elf weitere Bands feiern ihre Deutschlandpremiere, an zwölf Projekten des Festivals sind Künstler*innen aus Berlin beteiligt und bei insgesamt 15 Formationen spielen Musikerinnen eine tragende Rolle. Zu Gast sind u.a. Mary Halvorson als Artist in Residence, Irreversible Entanglements, die Ceccaldi-Brüder, Nicole Mitchell, Jason Moran, KIM Collective, Tin Men and the Telephone, Jaimie Branch, Bill Frisell, Kim Myhr, Rob Mazurek, Tania Giannouli, Makaya McCraven & Nubya Garcia, Maria Faust & Kara-Lis Coverdale sowie The Art Ensemble of Chicago mit Roscoe Mitchell.

Das Festival setzt verstärkt auf neue Begegnungsräume sowie neue Produktionen und lädt das Publikum zu Konzerterlebnissen in ganz unterschiedlichen Kontexten, zu Diskussionen, Workshops und Filmen ein. Dramaturgisch sind die vier Festivaltage als jeweils eigene Universen gestaltet.

Auch die WDR Big Band mit Jazzmeia Horn ist dabei

Zur klassischen Radiokultur Deutschlands gehören leuchtende hauseigene Orchester und Big Bands. Sie haben wie die WDR Big Band auf ihrem Weg Marken gesetzt und die Klangfarben unterschiedlichster Gastmusiker*innen vergrößert, verfeinert und farbenreich in die Welt getragen. Was könnte schöner sein als eine junge, tief in der afroamerikanischen Tradition wurzelnde Stimme wie die Jazzmeia Horns (*1992), die Klassiker aus Jazz und Soul mit Leben füllt, getragen von einem profunden, schwelgenden Klangkörper wie dem der WDR Big Band.

Wie sie auf ihrem letztjährigen Debütalbum „A Social Call“ spirituell und mit Dringlichkeit zwei Pfeiler afroamerikanischer Musik, „Afro Blue“ und „Wade In the Water“, aufbricht und in afrofuturistischem Sinne miteinander verbindet, setzt wirkungsmächtig Maßstäbe.

Jazzmeia Horn ist eine neue, hochdynamische und virtuose Stimme aus Dallas/Texas, die sich kreativ aller bekannter Stilmittel – einschließlich griffiger Scats – bedient und mit frischer Direktheit aufbricht. Und wichtige Preise, u. a. aus dem Wettbewerb des Thelonious Monk Institute of Jazz, hat sie auch in der Tasche. Ready for Berlin.

Jazzfest Berlin 2018
1. – 4.11.2018

Foto © Jacob Blickenstaff