Internationale Literaturfestival Berlin (ilb)

image

Berlin. Das internationale literaturfestival berlin (ilb) widmet sich in diesem Jahr den „Kulturen des Vertrauens“. Über 20 internationale Autoren wurden eingeladen, über ihr Verständnis von Vertrauen zu schreiben. Sie stammen zum einen aus Regionen der Welt, in denen unüberwindbar scheinende Konflikte überwunden wurden, wie in Nordirland oder Südafrika, aber auch aus heutigen Krisenzonen wie Syrien oder der Ukraine, wo das gegenseitige Vertrauen heute noch fern ist. Zum anderen wurden Autoren eingeladen, die sich in ihren literarischen Werken mit den verschiedenen Aspekten des Themas Vertrauen in Politik, Literatur, Alltag und Religion auseinandergesetzt haben: Vertrauen von Lesern in Texte, Vertrauen als Basis von Gesellschaft, Vertrauen innerhalb von Familien, Vertrauen in Gott. Zu den Gästen des Festivals zählen u.a. Samar Yazbek (Syrien), Janne Teller (Dänemark), Abasse Ndione (Senegal), Sok-Yong Hwang (Korea), Andrej Kurkow (Ukraine), Filippos Mandilaras (Griechenland),
Lukas Bärfuss (Schweiz), Ece Temelkuran (Türkei) und Priya Basil (GB, Kenia, Indien).
Zum Auftakt der »Kulturen des Vertrauens – Religion, Literatur, Politik und Alltag« sprechen am 9. September, um 19 Uhr die Schriftstellerin Janne Teller, der südafrikanische Bischof Dr. Ndanganeni P. Phaswana und der buddhistische Mönch Tenzin Peljor über die Rolle des Vertrauens in ihrer Arbeit und ihren religiösen, ethischen und ästhetischen Überzeugungen – an einem Ort, an dem Vertrauen eine besondere Rolle spielt: der Martin-Luther-Kirche in Neukölln. Weitere Veranstaltungen finden im Haus der Berliner Festspiele, in der Martin-Luther-Kirche in der Neuköllner Fuldastraße, in der Sehitlik Moschee am Columbiadamm und in zahlreichen weiteren religiösen Gemeindegebäuden in ganz Berlin statt.
Das Projekt findet im Rahmen des von der Staatsministerin für Kultur und Medien geförderten Programms „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ statt.
Das Programm finden Sie unter
www.literaturfestival.com/intern/14.ilbProgrammVertrauenonline.pdf

Zudem ruft das internationale literaturfestival berlin (ilb) am  08.09.2014 – zur weltweiten Lesung für Edward Snowden auf. Vorgetragen werden Texte zum Thema Überwachung.

Am 6. Juni 2013 veröffentlichte der „Guardian“ den ersten einer langen Reihe von Artikeln über die weltweit von Staaten und Unternehmen betriebene Massenüberwachung. Im Zentrum standen die amerikanische National Security Agency (NSA) und der britische Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ). Nach wie vor werden Informationen aus den höchst vertraulichen Akten dieser Agenturen publiziert. Sie zeigen, dass Millionen unschuldiger Bürgerinnen und Bürger als Verdächtige digital verfolgt werden. Daten aus unseren Telefongesprächen, Online-Chats, SMS, Websuchen und der Nutzung der sozialen Medien – also all das, was Teil unseres täglichen Lebens ist – werden gesammelt, analysiert und gespeichert.

Es war ein Einzelner, der diesen schockierenden Verrat an der Privatsphäre aufdeckte: Sein Name ist Edward Snowden. Zunehmend desillusioniert und alarmiert angesichts des Ausmaßes der Überwachung und der illegalen Methoden, die zum Erkenntnisgewinn eingesetzt wurden, realisierte der ehemalige NSA-Mitarbeiter, dass er

„nicht in einer Welt leben möchte, in der alles, was ich tue und sage, aufgezeichnet wird. Das will ich weder unterstützen, noch selbst erleben.“

Zum 14. Mal gibt es diese weltweiten Lesungen – jetzt  ist sie ein Plädoyer für die Freiheit des Whistleblowers und die Verleihung des Friedensnobelpreises an ihn. Gelesen werden Auszüge aus Interviews mit Snowden. Im Anschluß daran sprechen Snowdens Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck und die Autoren Priya Basil, Janne Teller und Brian Brett über ihre Positionen zu dem Thema.  Weitere Informationen: www.worldwide-reading.com

08.09.2014 19:30 Uhr
Reflections
Haus der Berliner Festspiele
Seitenbühne

Logo: © ilb

Hintergrundbild: Fotograf Helvetica
Fotoquelle: www.piqs.de
Some rights reserved.

Send this to friend