Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung

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Mit Betreten des NRW-Forums verfolgen Suchscheinwerfer die Besucher auf Schritt und Tritt. „Highlighter“ ist eine Arbeit des dänisch/-isländische Konzeptkünstlers Ólafur Elíasson, der sich vornehmlich mit physikalischen Phänomenen in der Natur beschäftigt, und für seine spektakulären Installationen weltweit berühmt ist. Das NRW-Forum Düsseldorf präsentiert vom 21. September bis 18. November 2018 mit „Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung“ eine internationale Gruppenausstellung, die die Macht konspirativer Erzählungen sichtbar macht und zu kritischem Zweifeln anregt.

Denn nicht erst seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York oder die Ermordung des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy im Jahr 1963 sind Verschwörungstheorien von erstaunlicher Haltbarkeit. Heute scheinen sie aktueller denn je zu sein.

NSU 2013_Foto-Leonie-Felle

Olaf Metzel: NSU, 2013, Foto: Leonie Felle, München Privatsammlung Düsseldorf, Courtesy Jan Wentrup Galerie Berlin

In Zeiten zunehmender Digitalisierung und Virtualisierung scheinen die Unsicherheit und die Bereitschaft, konspirativen Ideen zu glauben, so groß wie nie zuvor. Wem kann man noch glauben? Lügen die Bilder und die Medien? Der Zweifel wird größer, genährt durch das Internet, in dem Verschwörungstheoretiker aller Art im Halbdunkel wirken.

Felix Kubin, Eye Closed, Foto Marie Losier

Was ist wahr und was ist fake? Wie der französische Philosoph Michel Foucault in den 1970er Jahren geschrieben hat, hat jede Gesellschaft ihre eigenen Techniken, um festzulegen, was in ihr als wahr und als unwahr gilt. Diese Techniken sind nicht für immer festgeschrieben, sondern wandelbar, und erfordern kritische Überprüfung.

Die internationale Gruppenausstellung „Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung“ untersucht mit den Mitteln der Kunst die Macht von Verschwörungstheorien und setzt ihnen die Sichtbarkeit des Zweifels sowie die Möglichkeit zu kritischem Zweifeln entgegen. Ein falscher Stern, Überwachungstechnologien, Fotofälschungen und forensische Recherchen – in der Ausstellung treffen die Besucher auf verstörende Situationen und nicht-eindeutige Zustände, in denen sie sich selbst orientieren müssen.

Weltverschwörung

Juliane Herrmann: Man Among Men: Tempel der Provinzialloge von Yorkshire West Riding, Bradford, England, 2015

 

Mit Arbeiten von Julius von Bismarck, Disnovation.org, Ólafur Elíasson, Forensic Architecture, Juliane Herrmann, iocose, Felix Kubin, Olaf Metzel, Tony Oursler, Trevor Paglen, Michael Schirner, Andreas Slominski, Suzanne Treister und Holger Wüst.

Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung
21.9.-18.11.2018

NRW-Forum Düsseldorf

Titelbild: Tony Oursler: N^u 2016, courtesy the Artist / Galerie Hans Mayer

Fotoquelle: NRW-FORUM