Hab und Gier

Karla wird eines Tages ganz überraschend von ihrem ehemaligen Kollegen zu einem „Gabelfrühstück“ eingeladen. Eigentlich hätte sie am liebsten abgesagt. Doch schließlich folgt sie der Einladung. Karla ist nicht nur der einzige Gast, sondern bekommt von Wolfram auch ein sehr außergewöhnliches Angebot: Sie soll für den seit kurzem verwitweten, todkranken Kollegen nach seinem Tod die gesamten Beerdigungsformalitäten übernehmen. Dafür bekommt sie die Hälfte des Erbes überschrieben. Karla will sich dies alles erst einmal durch den Kopf gehen lassen und informiert ihre beste Freundin und Kollegin über diese unerwartete Erbschaft.


Doch kaum hat sie sich zu einem Ja durchgerungen, kommt schon ein neues Angebot. Wolfram möchte nichts weniger, als von ihr ins Jenseits befördert werden. Dann wäre ihr das gesamte Erbe sicher. Geschockt von diesem Ansinnen, kann sie erst nach einem Gespräch mit ihrer Freundin Judith wieder klarer sehen, die dann, wegen der großen Ähnlichkeit mit der jungen verstorbenen Ehefrau Wolframs, auch den entscheidenden Part der Vereinbarung übernehmen soll. Von nun an ist nichts mehr ruhig im Leben der gerade Rentnerin gewordenen Klara. Einerseits freut sie sich auf das Erbe, auf der anderen Seite plagen sie Albträume, die ihr die Nachtruhe rauben. Und neuerdings vertraut sie ihrer Freundin Judith auch nicht mehr grenzenlos. Denn die kommt immer häufiger mit dem Kleinkriminellen Cord in das Haus des sterbenskranken Wolfram, in dem sie aus praktischen Gründen jetzt schon wohnen. Dann ist Wolfram plötzlich tot. Klara fällt aus allen Wolken, denn die Todesursache ist nicht zu übersehen und das Testament nicht unterschrieben.
Jetzt zeigen sich auch bei der gesetzestreuen und harmlosen Klara Charaktereigenschaften, die man niemals bei ihr vermutet hätte…

Das Verbrechen lauert auch dort, wo man es nicht vermutet, im beschaulichen Kreis von Familie, Freunden und Kollegen. Das macht die schwarze Komödie der Autorin deutlich. Denn auch auf dem Sofa im gemütlichen Wohnzimmer ist man nur solange sicher, wie es der besten Freundin gefällt. Eine sehr amüsante Lektüre.

Über die Autorin:
Ingrid Noll, geboren 1935 in Shanghai, studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier erwachsener Kinder und vierfache Großmutter. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt sofort zu Bestsellern wurden. ›Die Häupter meiner Lieben‹ wurde mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet und, wie andere ihrer Romane, auch erfolgreich verfilmt.

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Hab und Gier

Roman

Ingrid Noll

Feb. 2014

ISBN 978-3-257-06885-6
Verlag: Diogenes
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