Schirn Kunsthalle zeigt GLANZ UND ELEND DER WEIMARER REPUBLIK

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Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß, welche sozialen Spannungen, politische Kämpfe, gesellschaftliche Umbrüche, aber auch künstlerische Revolutionen und Neuerungen, die Weimarer Republik gekennzeichnet haben.
In einer großen Themenausstellung wirft die Schirn Kunsthalle Frankfurt nun einen Blick auf die Kunst im Deutschland der Jahre 1918 bis 1933.
Weimar


Kate Diehn-Bitt, Selbstbildnis mit Sohn, 1933, Öl auf Sperrholz, 99 x 74 cm, Kunsthalle Rostock, © Nachlass Kate Diehn-Bitt, Kunstmuseum Ahrenshoop

Direkte, ironische, wütende, anklagende und oftmals auch prophetische Werke verdeutlichen den Kampf um die Demokratie und zeichnen das Bild einer Gesellschaft in der Krise und im Übergang. Die Probleme der Zeit bewegten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler zu einer Spiegelung der Wirklichkeit und des Alltags, auf der Suche nach einem neuen Realismus oder „Naturalismus“. Mit individueller Handschrift hielten sie die Geschichten ihrer Zeitgenossen einprägsam fest: Die Verarbeitung der Folgen des Ersten Weltkriegs mit Darstellungen von versehrten Soldaten und von „Kriegsgewinnlern“, die Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die Großstadt mit ihrer Vergnügungsindustrie und die zunehmende Prostitution, die politischen Unruhen und wirtschaftlichen Abgründe werden in der Ausstellung ebenso verhandelt wie das Rollenbild der Neuen Frau, die Debatten um die Paragrafen 175 und 218 – die Strafbarkeit von Homosexualität und Abtreibung –, die sozialen Veränderungen durch die Industrialisierung oder die wachsende Begeisterung für den Sport.

Weimar

Dodo, Logenlogik, Für die Zeitschrift ULK, 1929, Gouache über Bleistift auf Karton, 40 x 30 cm, Privatsammlung Hamburg, © Krümmer Fine Art

In der Zusammenschau entsteht ein eindrückliches Panorama einer Zeit, deren Themen auch nach 100 Jahren nichts an Aktualität und Diskussionspotenzial verloren haben. Im Fokus der Ausstellung steht das Unbehagen der Epoche, das sich in den Motiven und Inhalten wie auch in einem breiten stilistischen Spektrum zeigt.

Die Schirn vereint 190 Gemälde, Grafiken und Skulpturen von 62 bekannten sowie bislang weniger beachteten Künstlerinnen und Künstlern, darunter Max Beckmann, Kate Diehn-Bitt, Otto Dix, Dodo, Conrad Felixmüller, George Grosz, Carl Grossberg, Hans und Lea Grundig, Karl Hubbuch, Lotte Laserstein, Alice Lex-Nerlinger, Elfriede Lohse-Wächtler, Jeanne Mammen, Oskar Nerlinger, Franz Radziwill, Christian Schad, Rudolf Schlichter, Georg Scholz und Richard Ziegler. Historische Filme, Zeitschriften, Plakate und Fotografien liefern darüber hinaus Hintergrundinformationen.

GLANZ UND ELEND IN DER WEIMARER REPUBLIK

27. OKTOBER 2017 – 25. FEBRUAR 2018

Schirn Kunsthalle

Titelbild: Jeanne Mammen, Aschermittwoch, um 1926, Aquarell, 34 x 29 cm, Privatsammlung Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Mathias Schormann, Berlin

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