Fussballgefühle – Buchtipp

Fussball – ein Spiel, das eine Vielzahl von Gefühlen auslöst. Schon beim Lesen dieses Buches wird diese Erkenntnis deutlich, denn es ist spannend, witzig und macht neugierig. Fussball ist von den Regeln her betrachtet ein einfaches Spiel. Wenn da nicht der Umstand wäre, dass der Ball mit den Füßen bearbeitet werden muss – und damit wird die Sache schon schwieriger. Meinte Andreas Brehme das, als er einmal behauptete „Das Unmögliche möglich zu machen, wird ein Ding der Unmöglichkeit“ ? Ganz so schwierig wie dieser Satz, ist Fussball zum Glück allerdings nicht. Wie der Autor anfangs bemerkt, ist das Spiel mit dem Fuß, das Kicken auch von Fußball unähnlichen Dingen wie leere Pappschachteln oder was Jungs sonst noch so vor die Füße bekommen, gleichsam angeboren.

Früher war Fussball ein reiner Männersport auf dem Platz und im Stadion – heute spielen Frauen genau so gut und gerne Fussball, wie auch viele ihm begeistert zusehen. Ob da auf dem Platz Frauen spielen oder Männer, ist eine Frage, die für Frauen vermutlich nicht so bedeutsam wie für Männer ist. Auch Axel Hacke sagt in seinem Buch, dass er keinen Frauenfussball anschaut, es aber gut findet, dass es ihn gibt.
Der Autor war selbst mehrere Jahre Sportreporter und hat im Stadion so manchen Kampf um den Ballbesitz sehen und darüber schreiben können. Unter Bedingungen, die einem Sportreporter heute das Fürchten lehren würde: Kein Monitor, kein Smartphone, sondern nur Augen und Ohren, die das Geschehen auf dem Platz wahrnehmen und umgesetzt in Sprache vom Reporter via Telefon weiter gegeben wurde, immer umgeben vom ohrenbetäubenden Lärm der Fans.

Sehr viel lesen wir aber auch über ehemalige Fussballgrößen, die auf dem Platz oder der Trainerbank von sich reden gemacht haben. So auch darüber, dass Bertie Voigts als Bundestrainer erfolgreich war, aber nie so wahrgenommen wurde. Witzig sind die Vergleiche, warum es im alltäglichen Leben so häufig anders läuft als auf dem Fussballplatz, weniger Motivation, weniger Kampf und weniger Tore.
Apropos Tore, warum heute sehr viel weniger fallen als noch vor Jahrzehnten, darüber klärt der Autor auch auf. Doch das ist nicht das Einzige, was sich im Fussballsport verändert hat.

Mit „Fussballgefühle“ hat Axel Hacke, wie nicht anders zu erwarten, ein sehr witziges,  aber auch kenntnisreiches und interessantes Buch über eines der wichtigsten Kulturspiele geschrieben. Wer Fussball also noch intensiver erleben möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. IMK

Axel Hacke
Fußballgefühle

176 Seiten
März 2014

ISBN 978-3-88897-933-0
Verlag: Kunstmann
Axel Hacke wurde 1956 in Braunschweig geboren und lebt heute als Schriftsteller und Journalist in München. Von 1981 bis 2000 arbeitete er als Reporter und „Streiflicht“-Autor bei der „Süddeutschen Zeitung“, für deren Magazin er bis heute unter dem Titel „Das Beste aus aller Welt“ seit Jahren eine viel gelesene Alltagskolumne schreibt. Seine journalistische Arbeit wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet: Joseph-Roth-Preis (1987), Egon-Erwin-Kisch-Preis (1987 und 1990) und Theodor-Wolff-Preis (1990). Hackes Bücher, zu denen mehrere Bestseller („Der kleine Erziehungsberater“, „Der kleine König Dezember“) gehören, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

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