Fünf interessante Ausstellungen

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Dalí, Ernst, Miró, Magritte …

Die Hamburger Kunsthalle präsentiert über 180 bisher kaum gereiste Meisterwerke des Surrealismus aus vier der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen des 20. und 21. Jahrhunderts. Darunter weltbekannte Ikonen wie das Mae-West-Lippensofa, das Hummer-Telefon und ein vier Meter großer Paravant des jungen Salvador Dalí neben geheimnisvollen Bildrätseln von René Magritte wie Reproduktion verboten, poetische Formfindungen von Joan Miró und zukunftsweisende bildnerische Experimente von Max Ernst. Berühmte Werke stehen neben neu zu entdeckenden Arbeiten, so der in Deutschland wenig bekannten Surrealistinnen Leonora Carrington, Dorothea Tanning und Leonor Fini. Mit Spitzenwerken aller künstlerischen Medien verführt die Ausstellung die Besucherinnen in die Traumwelten des Unbewussten – ebenso wie die Sur-realistinnen es in den 1920er Jahre anstrebten. Die surrealen Welten wirken bis heute so schockierend wie überraschend, so humorvoll wie faszinierend und dabei immer hoch verführerisch.

Wer die wichtigsten Werke des Surrealismus, die prägende Kunstströmung des 20. Jahrhunderts, in einer bisher nicht gesehenen und wegen der Kostbarkeit der Leihgaben unwiederbringlichen Breite erleben will, sollte sich die Ausstellung unbedingt ansehen.

In den Sozialen Medien wird die Ausstellung unter #SurrealeBegegnungen und unter #SurrealEncounters begleitend kommuniziert.

http://www.hamburger-kunsthalle.de/

Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport

Sport gehört heute im Zeitalter der Fitnessbewegung zum modernen Lifestyle, er wird zum populären Massenspektakel oder verleiht elitäres Prestige. In Deutschland begann Siegeszug des Sports vor über hundert Jahren: Max Liebermann war der erste deutsche Künstler, der sich in zahlreichen Gemälden mit diesem Thema auseinandersetzte.

Max Liebermann, Tennisspieler am Meer, erste. Fassung, 1901, Öl auf Leinwand, 69,5 x 100,3 cm Museum Kunst der Westküste, Alkersum, Föhr, © Repro Lukas Spörl

Max Liebermann, Tennisspieler am Meer, erste. Fassung, 1901, Öl auf Leinwand, 69,5 x 100,3 cm Museum Kunst der Westküste, Alkersum, Föhr, © Repro Lukas Spörl

Die Ausstellung untersucht erstmals Max Liebermanns Blick auf Bewegung und Sport und erzählt zugleich die Geschichte vom Reiten, Tennis und Polo in der Kunst. Werke von Edgar Degas, Édouard Manet und Henri de Toulouse-Lautrec veranschaulichen Liebermanns Inspiration durch die französische Malerei und Graphik. Seine Darstellungen der Tennis- und Polospieler sind in Frankreich und Deutschland ohnegleichen. Die Einzigartigkeit seiner Motive wird durch die Betrachtung ausgewählter Werke englischer und deutscher Zeitgenossen wie John Lavery oder Max Slevogt deutlich.

noch bis 26. Februar 2017 in der Kunsthalle Bremen

GIACOMETTI-NAUMAN

Zwei Künst­ler, zwei Gene­ra­tio­nen gemeinsam in einer Ausstellung. In der SCHIRN können die über­ra­schen­den und bislang weit­ge­hend über­se­he­nen Verbin­dun­gen im Werk von Alberto Giaco­metti (1901–1966) und Bruce Nauman (*1941) anhand von Zeich­nun­gen, Foto­gra­fien, Videos, Skulp­tu­ren und raum­grei­fenden Instal­la­tio­nen des US-ameri­ka­ni­schen Multi­me­dia­künst­lers und ausge­wähl­ten Skulp­tu­ren und Gemäl­den des Schwei­zer Bild­hau­ers in einem span­nungs­vol­len Dialog erlebt werden. Bei beiden Künst­lern geht es vorran­gig um das Bild des Menschen und die condi­tio humana;  mit redu­zier­ten Darstel­lungs­mit­teln sollen Grund­fra­gen der Exis­tenz ergrün­det werden. Die erschüt­ternde Direkt­heit der Kunst­werke fordert den Betrach­ter nach­hal­tig. Ein prozes­sua­les Denken verbin­det Giaco­metti und Nauman ebenso wie ihre Themen, etwa die Darstel­lung der Leere, die Bezie­hung von Figur und Raum oder der frag­men­tierte Körper. In einem thema­tisch ange­leg­ten Parcours versam­melt die Ausstel­lung etwa 70 Arbei­ten, darun­ter zahl­rei­che Haupt­werke beider Künst­ler. Die Besucher gewinnen  einen besonderen  Blick auf das Werk zweier heraus­ra­gen­der Vertre­ter der Kunst des 20. und 21. Jahr­hun­derts.

28. OKTOBER 2016 bis 22. Februar 2017

http://www.schirn.de/giacometti_nauman/digitorial/deha

Kunstlle Schirn Frankfurt

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Eine faszinierende Ausstellung zur aktuellen Baukultur mit Fokus auf Holz – den natürlichen, nachwachsenden Rohstoff präsentiert der Martin Gropius Bau in Berlin. Anhand von internationalen und nationalen herausragenden Projekten zeigt die Ausstellung ökologisch-nachhaltige und aktuelle Positionen der Holz-Baukunst und moderner Holzarchitek­tur. Präsentiert werden spektakuläre Projekte von Toyo Ito, Shigeru Ban oder Frei Otto ebenso wie richtungsweisende urbane Holz-Wohnbauten, beispielsweise von Kaden & Klingbeil in Berlin/Prenzlauer Berg, sowie die neuesten Tendenzen des Bauens mit Holz über der Hochhaus­grenze. Großformatige Modelle werden von erläuternden Plänen, Texten und Fotographien begleitet. Kuratiert wird die Ausstellung von Prof. Hermann Kaufmann in Zusammenarbeit mit Prof. Winfried Nerdinger von der Technischen Universität München.

© Treehouses Bebelallee Hamburg | Foto: Hagen Stier

© Treehouses Bebelallee Hamburg | Foto: Hagen Stier

Durchgeführt wird sie in Kooperation mit dem Deutschen Architektur Zentrum DAZ in Berlin und gefördert durch die DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt, den DHWR Deutschen Holzwirtschaftsrat e. V., den GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V., proHolz Bayern, dem Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbe und den Bayerische Staatsforsten AöR

21.10. –  15.01.2017 im Martin Gropius Bau in Berlin

Öffnungszeiten

MI bis MO 10:00–19:00
DI geschlossen
An den Feiertagen geöffnet,
24. und 31.12. geschlossen

„This Was Tomorrow“

Ein umfassendes Panorama der Pop Art in Großbritannien präsentiert das Kunstmuseum Wolfsburg. Das Besondere ist der Blick auf weibliche Akteure der Pop Art, der starke Fokus auf die eng mit der Kunstszene vernetzten Architekten Alison und Peter Smithson, Cedric Price, Archigram und die dezidierte Einbeziehung von Musik, Zeitschriftenkultur, Fernsehen und Film als gleichwertige Medien weiterer Grenzüberschreitung. Markant ist auch der erweiterte Zeitrahmen: Der Bogen der Ausstellung spannt sich von Eduardo Paolozzis frühen Pariser Collagen von 1947 bis zum Höhe- und Endpunkt des „Swinging London” 1968 rund um Mick Jagger und Robert Fraser, Stargalerist und Pop-Netzwerker par excellence.

Die Ausstellung macht die künstlerische und kulturhistorische Bedeutung der britischen Pop Art mit allen Sinnen erlebbar – und erschließt diese Zeit als wesentliche Vorgeschichte unseres Heute.

 

 

„Pilgern – Sehnsucht nach Glück?“

Nicht erst seit Hape Kerkeling seine Pilgerreise in seinem Buch „Ich bin jetzt mal weg“ öffentlich gemacht hat, haben sich viele Menschen vor ihm und immer noch auf dem Pilgerpfad begeben. Jedes Jahr brechen Millionen Menschen zu Pilgerstätten in aller Welt auf – eine oftmals strapaziöse Reise unter beträchtlichem Einsatz von Energie, Zeit und Geld. Sie begeben sich an Orte von besonderer religiöser oder spiritueller Bedeutung. Das Streben nach Heilung, Sinngebung und Erlösung, aber auch der Wunsch nach außergewöhnlichen Reiseerlebnissen oder einer Auszeit können Beweggründe sein.

Nun kann der Besucher der Ausstellung sich ebenfalls auf eine Reise zu vierzehn opulent inszenierten Pilgerorten unterschiedlicher Religionen in der ganzen Welt begeben. Neben Jerusalem, Mekka oder Santiago de Compostela werden auch der heilige Berg Kailash in Tibet, die goldene Shwedagon-Pagode in Myanmar, die Basilika der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko-Stadt, der Zeremonialort Ra’iātea in Ozeanien oder die Felsenkirchen von Lalibela in Äthiopien vorgestellt.

In der Ausstellung werden Pilgerwege und -stätten der großen Religionen ebenso wie lokaler religiöser Traditionen vorgestellt. Neben der spirituellen Dimension des Pilgerns zeigt die Ausstellung auch die wirtschaftlichen, politischen, ökologischen und nicht zuletzt touristischen Aspekte des Phänomens. Interaktive Stationen mit überraschenden Informationen laden Sie zum Erleben mit allen Sinnen ein.

Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt

  1. Oktober 2016 bis 9. April 2017

http://pilgern.koeln/

Titelbild:RENÉ MAGRITTE (1898–1967)La reproduction interdite (Reproduktion verboten), 1937Öl auf Leinwand, 81,5 x 65,5 x 2 cm
Ehemals Sammlung Edward James
Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam
© VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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