Fotografie als Kunst und Grafik als Ereignis

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Die städtische Lebenswelt, der “urban space”, der auch für Amateure wegen der überall einsetzbaren Smartphonekameras ein leicht zugängliches Objekt geworden ist, gilt in der Fotokunst seit jeher als  schillerndes Sujet. In der Ausstellung [SPACE] Street. Life. Photography. Street Photography kann sie über eine Zeitspanne von sieben Jahrzehnten im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg besichtigt werden.

Sie umfasst 52 fotografische Positionen mit rund 320 Werken, die zur Triennale der Photographie unter dem Motto »Breaking Point/Space« gezeigt werden. Die Ausstellung markiert einen »Breaking Point« in der Street Photography: alle beteiligten Fotografen zeigen eine bahnbrechende Weiterentwicklung.

Klassiker der Street Photography wie Diane Arbus, Robert Frank, Lee Friedlander, William Klein und Martin Parr werden in der Ausstellung gemeinsam mit jungen internationalen Positionen wie Maciej Dakowicz, Mohamed Bourouissa, Ahn Jun, Doug Rickard und Harri Pälviranta präsentiert. Die Ausstellung ist in sieben thematische Gruppen gegliedert: Street Life, Crashes, Public Transfer, Urban Space, Lines and Signs, Anonymity und Alienation.

Titelbild: Maciej Dakowicz: Untitled, from the series: Cardiff After Dark, 2005-2011 Cardiff/Wales, 25 November 2007 © Maciej Dakowicz

Anton Corbijn. The Living and the Dead

 Anton Corbijn

Anton Corbijn (geb. 1955): ‘a. bolan 2, strijen, holland‘ 2002, Leihgabe des Künstlers, © Anton Corbijn, 2018

Die Ausstellung, die ein Beitrag des Bucerius Kunst Forums zur Triennale der Photographie Hamburg 2018 ist, zeigt die ikonischen Porträts von Musikern und Bands wie Joy Division, Depeche Mode, Tom Waits, U2 oder den Rolling Stones, die Corbijn berühmt gemacht haben. Im Zentrum der Schau steht seine autobiografischste Serie: a. somebody. Für diese inszenierte sich Corbijn als Musiker und fotografierte sich in der ländlichen Umgebung seines Geburtsorts Strijen. Die Faszination für die Idole seiner Jugend, wie John Lennon, Jimi Hendrix oder Janis Joplin, wurde für den Künstler prägend.

Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum umfasst 119 analog entstandene Arbeiten Anton Corbijns, darunter bisher unveröffentlichte Aufnahmen. Kurator Franz Wilhelm Kaiser gliedert die Schau in zwei Teile. Der erste Teil der Ausstellung widmet sich den meist als Auftragsarbeiten entstandenen Musikerporträts und zeigt eine Auswahl von 77 seiner bekanntesten Fotografien aus 40 Jahren seines Schaffens. Dabei handelt es sich um Arbeiten aus verschiedenen Serien, die jeweils ein eigenes Format und eine eigene Ästhetik aufweisen.

Dass viele der von ihm fotografierten Musiker relativ jung starben, beschäftigte Corbijn fortwährend. Ein früher Beleg dafür ist seine Anfang der 1980er Jahre entstandene Serie von Grabmonumenten auf katholischen Friedhöfen. Corbijns Suche nach dem ‚Warum‘ kulminierte zwanzig Jahre später in seinem Projekt a. somebody. Der zweite Teil der Ausstellung setzt den meist im Auftrag entstandenen Musiker-Porträts diese freien Arbeiten entgegen. Wie viele Fotografen hat Corbijn lange an der Schnittstelle zwischen freier und angewandter Fotografie gearbeitet. Und so untersucht die Ausstellung anhand seiner Porträts von Bands und Musikern, seiner Musiker-Selbstporträts und der bisher noch nie gezeigten Cemeteries-Serie nicht nur Corbijns Auseinandersetzung mit „den Lebenden und den Toten“, sondern thematisiert zudem eine selten gestellte Frage: Wann wird Fotografie Kunst?

7. Juni 2018 bis 6. Januar 2019

Bucerius Kunst Forum

Grafik als Ereignis

Michael Riedel, „Signet“, 1994 Foto: Wolfgang Günzel, Frankfurt am Main © Michael Riedel und Städel Museum, Frankfurt am Main. Eigentum des Städelschen Museum-Vereins e. V.bilder

Das Museum Angewandte Kunst widmet sich mit dieser Ausstellung dem OEuvre von Michael Riedel, das an der Schnittstelle von angewandter und freier Grafik operiert. Das Zentrum der Ausstellung bildet ein Werk, das am Beginn der erfolgreichen internationalen Karriere des damals 22-Jährigen steht: das 1994/95 entstandene Frühwerk mit dem Titel Signetische Zeichnung. Dabei handelt es sich um über 1000 Zeichnungen, zu denen auch nicht gezeichnete Zeichnungen zählen. 2016 wurde dieses Frühwerk vom Städelschen Museums-Verein e.V. erworben und ist nun erstmalig in vollem Umfang in einem Museum zu sehen.

Vom Frühwerk spannt die Ausstellung einen Bogen bis heute und inszeniert in raumgreifenden Installationen mit Zeichnungen, Wachsbüchern, Publikationen und Künstlerbüchern, mit Postkarten, Plakaten, Tapeten, Bildserien und „Poster Paintings“ bis hin zu bewegten digitalen Bildern Grafik als einen offenen, steten Prozess – als ein sich selbst fortschreibendes System in der Kunst.

9. Juni bis 14. Oktober