FANTASTISCHE FRAUEN – VON MERET OPPENHEIM BIS FRIDA KAHLO

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Erstmals ist eine Ausstellung zu sehen, die den weiblichen Surrealismus umfassend ausstellt. Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt präsentiert
vom 13. Februar bis zum 24. Mai 2020 „Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo“. Als Göttin, Teufelin, Puppe, Fetisch, Kindfrau oder wunderbares Traumwesen war die Frau das zentrale Thema surrealistischer Männerfantasien. Künstlerinnen gelangten zunächst als Partnerin oder Modell in den Kreis um den Gründer der Surrealisten-Gruppe, André Breton. Sie schufen jedoch bald selbstbewusst unabhängige Werke. Die Ausstellung in der Schirn beleuchtet deren Bedeutung und Beteiligung an dieser internationalen Bewegung, die weitaus größer war als bisher bekannt und dargestellt.

Leonor Fini, Erdgottheit, die den Schlaf eines Jünglings bewacht, 1946, Öl auf Leinwand, 27,9 x 41,3 cm, © Weinstein Gallery, San Francisco and Francis Naumann Gallery, New York / VG Bild- Kunst, Bonn 2020

Unbewusstes, Traum und Zufall, Mythen und Metamorphosen, Literatur und das politische Zeitgeschehen sowie Materialexperimente und inszenierte Fotografie – viele bekannte Themen des Surrealismus kennzeichnen ebenso die Werke der Frauen.

Was die Künstlerinnen von ihren männlichen Kollegen vor allem unterscheidet, ist die Umkehr der Perspektive: Durch die Befragung des eigenen Spiegelbilds oder das Einnehmen verschiedener Rollen sind sie auf der Suche nach einem (neuen) weiblichen und künstlerischen Identitätsmodell. Zahlreiche Selbstporträts und Darstellungen der Frauen sind geprägt von einem spielerischen, selbstbewussten Umgang mit ihrem Körperbild und der weiblichen Sexualität.

Toyen, Der Paravent, 1966, Öl und Collage auf Leinwand, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris © The Roger-Viollet Photoagency / VG Bild-Kunst, Bonn 2020 1

Die Ausstellung konzentriert sich auf Künstlerinnen, die direkt mit der Anfang der 1920er-Jahre in Paris gegründeten surrealistischen Bewegung verbunden waren, wenngleich bisweilen nur für kurze Zeit: Sie waren mit André Breton persönlich bekannt, stellten mit der Gruppe aus, beteiligten sich an Publikationen und setzten sich mit den surrealistischen Ideen theoretisch auseinander. Mit rund 260 Gemälden, Papierarbeiten, Skulpturen, Fotografien und Filmen von 34 Künstlerinnen aus 11 Ländern bildet die Schau ein vielfältiges stilistisches und inhaltliches Spektrum ab.
Neben bekannten Namen wie Louise Bourgeois, Claude Cahun, Leonora Carrington, Frida Kahlo, Meret Oppenheim oder Dorothea Tanning sind zahlreiche bislang weniger bekannte Persönlichkeiten wie Toyen, Alice Rahon oder Kay Sage aus mehr als drei Jahrzehnten surrealistischer Kunst zu entdecken. Sie werden in der Schirn jeweils mit einer repräsentativen Auswahl ihrer Arbeiten vorgestellt.

Für die Präsentation konnte die Schirn bedeutende Leihgaben aus zahlreichen deutschen und internationalen Museen, öffentlichen wie privaten Sammlungen gewinnen und in Frankfurt zusammenführen, u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art, New York; der Tate, London; den National Galleries of Scotland, Edinburgh; dem Centre Pompidou, Paris; dem Musée d’art moderne de la ville de Paris; dem Musée national Picasso, Paris; dem Kunstmuseum Bern; dem Kunstmuseum Basel; dem Moderna Museet, Stockholm; dem mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien, und dem Museum de Arte Moderno, Mexiko-Stadt.

„Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo“ -eine einzigartige, facettenreiche Ausstellung – vom 13. FEBRUAR – 24. MAI 2020 zu sehen in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt

Titelbild: Frida Kahlo, Selbstbildnis mit Dornenhalsband, 1940, Öl auf
Leinwand, Collection of Harry Ransom Center, The University of
Texas at Austin, Nickolas Muray Collection of Modern Mexican Art
© Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museums Trust/VG
Bild-Kunst, Bonn 2020

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