Konzertreview: Family Of The Year

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(nice) family of the year, eine Übung in fast mormonischer Nettigkeit. Mit einer Überdosis Saccarin verliessen Miro und ich nach einem recht kurzen, aber doch irgendwie langatmigen Konzert das nicht ausverkaufte Plaza. Nicht ausverkauft? Lief da nicht etwas komplett falsch? Hat das Plaza das Marketing vergessen und etwa gedacht dass 6.8 Mio. Youtube-Klicks auf ein Lied Namens „Hero“ und monatelanges Airplay auf Schweizer Radiostationen genügt um das kleine Plaza auszuverkaufen?

Ich könnte es ihnen nicht verübeln, denn genau das hab ich gedacht. Was aber wirklich eingetroffen ist, ist dass das Publikum „Hero“ tatsächlich mitsingen konnte. Und es ist und bleibt eines der besten Lieder im Radio. Nur was bedeutet das schon.

Ich freute mich auf „The stairs“ und „Diversity“ von ihrem gut verkauften „Loma Vista“ Album. Es ist so ein richtig nettes Album. Kann man super durchhören. Alles eingängige Pop-Songs. Mal kräftiger mal folkiger. Die Crux an der Sache am Konzert war aber, dass das folkige so bieder war und die recht banalen Texte so in den Vordergrund rückten dass irgendwie das Gefühl aufkam, die Waltons stünden auf der Bühne und singen Campfire-Songs. Familiy of the year sind keine schlechte Live-Band und wenn sie mal ihr braves Dasein verlassen können sie auch ziemlich wild sein (wie im absoluten Höhepunkt „Living on love“ wo sie am Ende einen ultra-schnellen Teil mit Keyboard und sich über die Füsse stolperndem Schlagzeug haben. 10 Sekunden total geile Euphorie.

Die schnelleren Stücke waren wirklich recht cool. Unerwartet cool war ein „Punksong“, von Gwen Stefani Impersonator Christina Schroeter (Keyboard). Ansonsten nervte sie eigentlich mit ihrem bitchigen Getue etwas rum. Und wirklich singen kann sie nicht. Aber die Abwechslung war willkommen und als Folkpunk ging das absolut durch.

Man möchte wirklich nichts Negatives berichten von dieser Walisisch-Amerikanischen Familie (welche keine Mühen scheut dies immer wieder zu betonen wie sehr Familie diese Band doch eigentlich ist). Aber come on… für ein Mainstream-Publikum schmalzige Schnulzen singen? Ihr könnt doch mehr…

Das Beste vom Radio ist einmal mehr nicht gleichbedeutend mit „das Beste“. Und was eure Hero-Fans wert sind kann man an den Youtube-Klicks erkennen: Hero 7 Mio Hits, Living on love 7000 Hits. They don’t give a damn about you!

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