Familienfieber

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Die Formel für eine glückliche und lange Ehe gibt es noch nicht, wir alle arbeiten noch daran. Auch bei Maja (KATHRIN WALIGURA) und Uwe (PETER TRABNER) ist die Beziehung nach zwanzig Jahren Ehe nicht mehr frisch. Der Alltag hat sie fest im Griff. Zu erleben, wenn die zwei im heimischen Badezimmer sind: Uwe hat keine Schwierigkeiten seine intimsten körperlichen Regungen und Geschäfte zu erledigen, während seine Frau sich ebenfalls im Badezimmer befindet
Das finden nur die wenigsten Frauen sexy: Gibt es noch Scham oder Anziehung zwischen den beiden?

Maja und Uwe sind seit zwanzig Jahren zusammen

Maja und Uwe sind seit zwanzig Jahren zusammen

Die Tochter Alina ist dagegen frisch verliebt und hat mit ihrem Liebsten endlich den Entschluss gefasst, die beiden Eltern zusammenkommen zu lassen. Sie sollen sich kennenlernen und eine wichtige Neuigkeit erfahren.

Am Frühstückstisch von Nicos Eltern: Tolle Terasse, toller Blick ins Grüne, viel Platz und wenig Zärtlichkeit, dafür unbeholfene Höflichkeit zwischen Birgit (DEBORAH KAUFMANN) und Stefan Ohnsorg (JÖRG WITTE),

Birgit (DEBORAH KAUFMANN) und Stefan Ohnsorg (JÖRG WITTE) leben scheinbar ein idyllisches und sorgenfreies Luxus-Leben

Birgit und Stefan Ohnsorg leben scheinbar ein idyllisches und sorgenfreies Luxus-Leben

Fünf Filmkapitel hat der Film, ähnlich lange braucht eine Beziehung, bis sie zu dem Punkt angelangt ist, an dem sich die beiden Ehepaare jetzt befinden. Zu einem letzten Tiefpunkt kommt es, als sich die Roths auf den Weg ins „große Haus“ von Nicos Eltern nach Brandenburg machen.

Das "große Haus" von Nicos Eltern ist eine großzügige Vlla in Brandenburg

Das „große Haus“ von Nicos Eltern ist eine großzügige Vlla in Brandenburg

Denn als die beiden Ehepaare samt Kindern aufeinandertreffen, ist die erste böse Überraschung schon komplett. Maja traut ihren Augen nicht, Nicos Vater entpuppt sich als ihre heimliche Feierabend-Affäre. Da das Auto der Roths absehbar nicht mehr in der Lage ist, sie wieder zurück nach Hause zu bringen, bedeutet das

– die beiden Familien sind zwangsläufig für eine längere Zeit zusammen!

Es kommt zu dramatischen, aber auch komischen Szenen zweier Ehen mit unterschiedlichen Gesprächskonstellationen, wo sich charakterliche Schwächen der Beteiligten zeigen. Es sind sehr authentische gefilmt Momente, die dem Film einen überzeugenden und fast dokumentarischen Stil verleihen, auch deshalb, weil die gesprochenen Dialoge der Hauptdarsteller Kathrin Waligura, Peter Trabner, Deborah Kaufmann, Jörg Witte sowie Anais Urban und Jan Amazigh Sid vollständig improvisiert wurden.

Der Independent-Film wurde mit geringstem Budget in nur sieben Drehtagen abgedreht und hatte nur zwei Monate Vorbereitungszeit. Zur Grundlage beim Drehen dienten lediglich vier Seiten mit der Storyline, die Inhalte möglicher Szenen festlegte.

Eine faszinierende und durchaus auch komische Familienkomödie, die erfrischend anders die Probleme langjähriger Paare erzählt und deshalb sehr sehenswert ist!

Ab 15. Januar im Kino

Auszeichnungen
achtung berlin 2014
Beste Regie

Max Ophüls Preis 2014
Preis der Saarländischen Ministerpräsidentin

Ahrenshooper Filmnächte 2014
Publikumspreis

REGIE / IDEE

NICO SOMMER (*1983)

NICO-SOMMER
Geboren 1983 in Berlin, aufgewachsen in Berlin, beginnt während der Schulzeit erste filmische Gehversuche. 2006 beginnt er sein Studium an der Kunsthochschule Kassel, Schwerpunkt Spiel- und Dokumentarfilmregie. Er beschäftigt sich mit den filmisch erzählbaren Grenzen von Fiktion und Realität. Viele seiner im Studium fertiggestellten Filme erhalten nationale Preise und entstehen in Co-Produktion mit süsssauer.film. 2012 schließt er sein Studium mit Auszeichnung ab. Sein preisgekrönter Debütfilm „Silvi“ feierte seine Uraufführung auf der 63. Berlinale 2013 und lief in mehr als 15 Ländern auf internationalen Festivals.
Nico Sommer trug die Idee zum Stoff Familienfieber bei, stellte das Schauspielensemble zusammen und verantwortet die Auswahl des Soundtracks. Er hat den Film mit seiner eigenen Produktionsfirma süsssauer.film ohne Fördergelder oder Fernsehbeteiligung produziert.

Alle Fotos: © süsssauer.film / Kathrin Waligura, Peter Trabner2 © Mehrdad Taheri

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