Fahrt ins Blaue

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Das Adjektiv blau bezeichnet gemeinhin nicht nur eine Primärfarbe, sondern steht im Volksmund auch für das Ungefähre, Unsichere, Unklare und Ungewisse. Wer eine Fahrt ins Blaue macht, der unternimmt spontan einen Ausflug, ohne größere Vorbereitungen zu treffen oder ein bestimmtes Ziel zu haben. Genau diese wohltuende Atmosphäre des entspannten Sich-Treiben-Lassens verströmt die soeben bei ACT erschienene feine Kompilation „Fahrt ins Blaue“, deren Tracks sich leichtfüßig zwischen Elektrobeats und Akustikjazz bewegen. Mit hypnotisch schwebenden Trompetenklängen des Sarden Paolo Fresu im Stück „Lacrima Christi“, beginnt die akustische Reise, mit dem geheimnisvollen, von sparsamen, frei im Raum schwebenden Mollakkorden dominierten „Questions in a World of Blue“ des Michael Wollny Trios endet sie.  Dazwischen liegen 14 handverlesene Songs, dargeboten von der Creme de la Creme des europäischen Jazz, die den Hörer einladen abzuschalten, die Seele baumeln zu lassen, sich wohlzufühlen. Ob schlichte Klaviermelodien und Chill out Jazz à Lars Danielsson („Ironside“), Drum&Bass inspirierter Ambient-Jazz von Deutschlands coolstem Schlagzeuger, Wolfgang Haffner („Shapes“), sublimer Elektro-Akkustik-Jazz des Pianisten und Soundtüftlers Bugge Wesseltoft („Existence“), eingängige, mit Hip Hop Grooves und sparsamen Electronica-Elementen angereicherte Hooks von E.S.T.

(„Spam-Boo-Limbo“) oder die bewegende Elegie „Song for E“, Dan Berglunds Tonbrukets Hommage an die viel zu früh verstorbene Jazz-Legende Esbjörn Svensson – sie alle dürften dem eingefleischten Jazzfan mindesten ebenso sehr gefallen wie all jenen, die einfach den passenden Soundtrack für den Sommerurlaub oder einen entspannten Feierabend suchen.

 

Cover Fahrt ins Blaue
Label: ACT

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