Europa Report – The Beauty and the Curse of Sci-Fi

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Europa Report (Sebastian Cordero, 2013)

Eine Raumschiff-Crew verliert den Kontakt zur Erde und ist total auf sich allein gestellt. Das kommt einem irgendwie sehr bekannt vor, doch Europa Report geht glücklicherweise ein paar andere Wege als z.B. der „1/2 grosse Sci-Fi-Film Sunshine“.

Bord- und Aussenkameras verfolgen unsere fatalen Helden auf dem Weg zum Jupiter-Mond Europa, welcher, gemäss Film-Wissenschaftlern eine grosse Wahrscheinlichkeit auf einzellige Lebewesen unter der Eisschicht aufweist. Im Geiste der grossen Ideen der Pionier-Raumschifffahrt ist es kein Roboter der dies untersuchen soll, sondern eine menschliche Crew aus Meeresbiologen, Technikern, Piloten usw. Die längste Reise die je ein Mensch unternommen hat.

Der Film hält dem Zuschauer das „Science“ in Sci-Fi ganz nah vor’s Gesicht. Damit wirkt die Illusion, einer Realität zuzuschauen überzeugender, aber wohl auch damit wir die Fehler, die so ein Film fast zwangsläufig enthält nicht auf den ersten Blick erkennen, weil wir so nah am Gesichts nichts mehr scharf erkennen.

Das „Found Footage“ System wurde mit Europa Report in den Weltraum transportiert. Es ist jedoch nicht eine Person, welche alles gefilmt hat was „tatsächlich“ passiert war, sondern wie erwähnt, Bordkameras und ab und an Aussenkameras, damit wir auch etwas vom beeindruckenden Jupiter erkennen. Visuell finde ich den Film absolut gelungen und es wird das geringe Budget clever kaschiert. Auch benötigt der Film weder eine Sandra Bullock oder einen George Clooney (na ja, Gravity benötigte sie auch nicht zwingend) um schauspielerisch zu überzeugen. Alle machen aus ihren doch recht eindimensionalen Rollen das Beste und überzeugen vollauf.

Als Sci-Fi Liebhaber muss man mit einigem Schrott leben, doch ab und an passiert es, dass inspirierte und inspirierende Werke, das Genre wiederbeleben. Gravity ist das visuelle Wunderwerk für das es gefeiert wurde, Moon hatte eine grossartige, kleine Geschichte und unheimlich viel Atmosphäre und Luna’s Mars Film Stranded hatte eine herrlich philosophische Frage, mit der er in schönen Orange-Tönen einen faszinierenden Film strickte.

Wer jedoch zu sehr darüber debattiert oder versucht, die Fehler hervorzuheben und so den Film zu entmystifizieren vermag, der wird mit Sci-Fi selten glücklich. Man sollte den Film einfach geniessen. Ausser natürlich wenn er in der zweiten Hälfte wie Danny Boyles Sunshine zu einem schlechten, unlogischen Horror-Film wird. Europa Report macht den Job so gut wie es möglich ist.

Wie weit soll man für die Wissenschaft gehen? Wie viel ist das Leben im Gegenzug wert? Das sind gewichtige Fragen die Europa Report stellt und zu beantworten versucht.

Der beste Sci-Fi seit 2001: Space Odyssey? Wahrscheinlich kaum. Aber das ist so müssig wie „das beste Debut seit Oasis“

Enjoy the ride.

 

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