Drei sehenswerte Ausstellungen in NRW

In Essen, Oberhausen und Leverkusen sind Fotografie und moderne Kunst in drei sehenswerten Ausstellungen zu besichtigen. Dass Linda McCartney mehr als die singende Ehefrau von Paul McCartney war, sondern sich einen Namen als Fotografin gemacht hat, zeigt die Ausstellung „Linda McCartney – The Sixties and more“.

Dabei sind es vor allem ihre Bilder der großen Musikstars der späten 1960er Jahre, die bis heute unser Bildgedächtnis prägen. Janis Joplin und Jimi Hendrix, Nico und Brian Jones, The Doors und The Who, Aretha Franklin und Bob Dylan werden von ihr in selbstverständlicher Natürlichkeit ins Bild gesetzt. Die Ausstellung zeigt mit den Fotos aus den Sixties eindringliche Momente dieser intensiven musikalischen Ära.

Zusätzlich zu den Fotografien wird dem Thema der Musik und seiner bildkünstlerischen Ausformung nachgegangen. Der Gestaltung von Plattencovern ist ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet. Ikonische Designs wie Hipgnosis‘ The Dark Side of the Moon für Pink Floyd, Klaus Voormanns Revolver für die Beatles oder Andy Warhols Sticky Fingers für die Rolling Stones haben heute Kultstatus. Ein eigens für die Ausstellung zusammengestellter Soundwalk ermöglicht, musikalisch in die Zeit der Sechzigerjahre einzutauchen.

Zudem sind ihre Roadworks zu sehen, die ausdrucksvoll die Beobachtungen von Menschen und Räumen zeigen. Und schließlich ist McCartney im experimentellen Bereich kreativ geworden. Als Sunprints werden die durch das Tageslicht belichteten Bilder bezeichnet, die vom Stillleben bis zum Porträt reichen.

19.01.2020 bis 03.05.2020 – Ludwiggalerie Schloß Oberhausen

drink liquid – Kai Borsutzky // Jens Kothe // Tammo Lünemann

Die Ausstellung mit Arbeiten von Kai Borsutzky, Jens Kothe und Tammo Lünemann stellt Fragen nach dem Verhältnis von Körperlichkeit und Intimität, nach dem Wesen des Erinnerns und der Narration vermeintlicher Nichtigkeiten. In Form von künstlerischen Hybriden, multimedialen Mischwesen, Interferenzen und transmedialen Installationen trifft greifbare Stofflichkeit auf das Prinzip des Auslöschens, auf ein künstlerisch inszeniertes Wechselspiel von körperlicher An- und Abwesenheit sowie auf fiktive Erinnerungsorte, bei denen sich Abstraktes und Konkretes miteinander vermengen.

Das Spiel mit dem Vertrauten, die Umdeutung des Alltäglichen durch dessen symbolische Überhöhung und die Schaffung von Assoziationsspielräumen mittels bewusst gewählter Materialkombinationen schafft einen gedanklichen Überbau, der die unterschiedlichen Bilder, Installationen, Assemblagen und Objekte miteinander verbindet.

26.1. – 23.2.2020 | Kunsthaus Essen

Liebes Ding – Object Love

Die Ausstellung „Liebes Ding“ befragt das innige Verhältnis zwischen Mensch und Dingen. Warum streben wir nach Dingen? Wie gehen wir mit Dingen um? Was bedeuten sie für uns? Und was sind die Konsequenzen unserer Liebe zu den Dingen?

Mit der Entwicklung neuer Technologien und dem Aufstieg der Konsumgesellschaft explodierte die Anzahl der Dinge. Jeder von uns besitzt heute im Durchschnitt 10.000 Dinge! Dinge sind überall. Sie dienen uns als Werkzeuge. Sie fungieren als Erweiterungen unseres Körpers. Wir binden uns sowohl physisch als auch emotional eng an Dinge. Wir geraten damit in neue Abhängigkeiten und definieren uns vorrangig über unseren Besitz, weshalb Frank Trentmann seiner faszinierenden Geschichte des Konsums den Titel Herrschaft der Dinge (2017) gab.

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler setzen sich aus ihrer Perspektive mit diesen aktuellen und brisanten Entwicklungen auseinander. In Fotografien und Videos, Gemälden, Skulpturen und Installationen zeigen sie die Verstrickungen von Menschen und Dingen, lassen Menschen ebenso zu Wort kommen wie die Dinge selbst, die ihre Ge-schichten erzählen. Mit einem mehr oder weniger kritischen Unterton transformieren sie Objekte und fügen sie zu Assemblagen und Installationen. Kuratoren der Ausstellung sind Fritz Emslander und Anne Berk.

Die Besucher sind eingeladen, ihr Lieblingsding mit ins Museum zu bringen, kurz dessen Geschichte aufzuschreiben und es in der Ausstellung zu präsentieren.

26. Januar – 26. April 2020 – Museum Morsbroich

Titelfoto: wei zhu from Pixabay

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