Die Toten, die niemand vermisst – Buchtipp

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In den Bergen von Jämtland wird ein Massengrab entdeckt mit Leichen von vier Erwachsenen und zwei Kindern. Niemand scheint sie bisher vermisst zu haben. Wie ist das möglich? Die örtliche Polizei kommt ohne die Hilfe der Spezialisten der schwedischen Reichsmordkommission nicht weiter. Deshalb stellt Kommissar Torkel Höglund sein bewährtes Team zusammen: Ursula, Billy, Vanja und Jennifer, die als Vanjas Nachfolgerin eingearbeitet werden soll. Vanjas Tage im Team scheinen gezählt zu sein.  Sie hat sich für eine Weiterbildung zur Profilerin in den USA beworben. Vanja und auch Torkel rechnen mit einem positiven Bescheid. Wenn da nicht Sebastian Bergmann wäre, der zwar brillante, aber ansonsten menschlich wenig geschätzte Polizeipsychologe.

Das Team hatte er schon oftmals bis an den Rand des Erträglichen provoziert. Der letzte Fall, an dem das Team mit ihm zusammengearbeitet hatte, bildete jedoch eine Ausnahme. Damals zeigte Sebastian viel Mut und rettete damit das Leben von Vanja – seiner Tochter, wie er als einziger weiß. Nun sieht er eine immer größer werdende Chance, das Verhältnis zu Vanja langsam aber sicher aufzubauen. Die Ausbildung in den USA darf jedoch nicht dazwischenkommen, diese Distanz würde alles bisherige zunichte machen.

Aber zuerst steht jetzt der Fall im Vordergrund. Und der bietet mehr an Unerklärlichem als dem Team lieb ist. Den Leichen wurden die Zähne herausgebrochen. Eine Identifizierung ist somit sehr erschwert. Als schließlich neben dem Massengrab auch Gepäckstücke gefunden werden, darunter auch eine Kamera, schöpft das Team Hoffnung. Doch schnell läuft der Fall in eine ausgesprochen unangenehme Richtung. Wie durch Zufall kommt ein Journalist einem Verbrechen auf die Spur. Er geht der Bitte einer afghanischen Asylantin nach, dem spurlosen Verschwinden ihres Ehemanns nach zu forschen. Sie hat genauso lange kein Lebenszeichen mehr von ihm erhalten, wie die Toten in ihrem Massengrab liegen. Gibt es da eine Verbindung? Kurz nachdem die Informantin des Journalisten bei der Polizei neue Details über verschwundene Afghanen endlich preisgeben will, wurde der Eintrag im amtlichen Register gelöscht. Vieles deutet jetzt daraufhin, dass der schwedische Geheimdienst seine Finger im Spiel hat…

[highlight] Dem schwedische Autoren-Duo Michael Hjotr und Hans Rosenfeldt ist mit „Die Toten, die niemand vermisst“ wieder ein aussergewöhnlich gut konstruierter,  fesselnder und intelligenter Krimi gelungen. Nicht nur die Romanfigur des egoistischen und sexsüchtigen Sebastian Bergmann, sondern auch die hintergründigen Beschreibungen der anderen Akteure lassen uns in eine wahre Melange menschlicher Motive, Gefühlslagen und Kommunikationsmuster eintauchen. Spannend auch die Darstellung der Arbeit des Geheimdienstes bei der Terrorbekämpfung, die gar nicht so weit hergeholt scheint. Sehr empfehlenswert! – I. Mosblech-Kaltwasser- [/highlight]

 

Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt
Die Toten, die niemand vermisst
rororo
01.07.2013
592 Seiten
ISBN 978-3-499-26701-7

Die Autoren:

Foto © by Cato Lein

 

 

 

 

 

 

 

 

Michael Hjorth, geboren 1963, ist ein erfolgreicher schwedischer Produzent, Regisseur und Drehbuchautor. Er schrieb u.a. Drehbücher für die Verfilmungen der Romane von Henning Mankell. Foto © by Cato Lein

 

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Hans Rosenfeldt, Jahrgang 1964, ist in Schweden ein beliebter Radio- und Fernsehmoderator und ein gefragter Drehbuchautor, zuletzt schrieb er die Vorlage für die ZDF-Koproduktion The Bridge. Foto © by Cato Lein

Lesetermine:

27.10.2013 – 20.00
Die Toten, die niemand vermisst
im Rahmen dse Krimifestivals Lüneburg:
Aula der Wilhelm-Raabe-Schule
Feldstr. 30
21335 Lüneburg

28.10.2013 -19.30
Die Toten, die niemand vermisst
Buchhandlung Leunehagen & Paris
Lister Meile 39
30161 Hannover

29.10.2013 00.00
Die Toten, die niemand vermisst
im Rahmen des Krimifestival Braunschweig
38100 Braunschweig

30.10.2013 00.00
Die Toten, die niemand vermisst
im Rahmen des Krimifestivals Hamburg
Hamburg

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