Die seltsamsten Orte der Antike – Gespensterhäuser, Hängende Gärten und die Enden der Welt

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Die seltsamsten Orte der Antike. Der Titel ist sehr plakativ, trifft aber nicht exakt den Kern des neuesten Buches des Münchner Althistorikers Martin Zimmermann. Vielmehr geht er auf eine Reise mit dem Leser hin zu besonderen, bemerkenswerten Orten der Antike. Dazu gehören bekannte Orte, verschwundene Orte sowie Orte, die niemals existiert haben.

In zehn Kapiteln widmet sich Martin Zimmermann antiken Orten unterschiedlicher Kategorien. Im Kapitel „Orte der Sieger“ besucht der Leser die bekannte Porta Triumphalis, das Tor in Rom durch das Sieger sowie Besiegte ihrem Schicksal entgegen gingen oder aber auch das riesige Siegesmal des römischen Feldherrn Pompeius in den Pyrenäen. Das Kapitel „Geisterstädte“ führt unter anderem in die im Meer versunkene griechische Stadt Helike. In „Orte der Liebe“ wird der Leser Zeuge der letzten Stunden der Königin Kleopatra in ihrem schon zu Lebzeiten errichteten Grabmal.

Die ausgewählten Orte sind sowohl thematisch als auch geographisch sehr vielfältig. Zudem ist allen Kapiteln eines gemeinsam: Martin Zimmermann schildert sehr anschaulich die antiken Orte und Bauwerke, so dass diese vor dem inneren Auge entstehen. Dabei vermittelt Martin Zimmermann interessantes Detailwissen, immer unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstandes, und berichtet auch über abweichende Lehrmeinungen. Vor allem macht er deutlich, warum diese Orte in der Antike bedeutsam waren oder es heute für uns sind. Welche religiösen oder gesellschaftlichen Denkweisen haben diese Orte zu etwas Besonderem gemacht?

Auf diese Weise nimmt Martin Zimmermann den Leser nicht nur auf eine Reise zu besonderen Orte der Antike, sondern erhellt darüber hinaus die antike Mentalität.

Die seltsamsten Orte der Antike
Gespensterhäuser, Hängende Gärten und die Enden der Welt
Martin Zimmermann

C.H.Beck, München 2018
336 Seiten
ISBN 978-3406727047

Mit Illustrationen von Lukas Wossagk