Die Mumie: Durchschnittliche Neuauflage mit gelungenen Lachern!

Es ist ein ehrgeiziges Projekt das Universal da in den kommenden Monaten und Jahren weiter vorantreiben will: Immerhin ist es das Ziel der Produktionsfirma, mit dem sogenannten „Dark Universe“ die klassischen Monster aus den 1920er bis 1950er Jahren wie unter anderem „Frankensteins Monster“, „Der Unsichtbare“, „Das Phantom der Oper“ oder „Der Glöckner von Notre Dame“ mit mehreren miteinander verbundenen Filmen zurück in die Kinos zu bringen.

Der Startschuss für das Franchise fiel 2014 mit „Dracula Untold“. Nun, rund drei Jahre später, geht es am 8. Juni mit dem Reboot des Schwarz-Weiß-Gruselklassikers „Die Mumie“ (1932) weiter. Wobei der Mystery-Abenteuer-Blockbuster von Regisseur Alex Kurtzman mit den Megastars Tom Cruise und Russell Crowe sowie Sofia Boutella und Annabelle Wallis erwartungsgemäß einen sehr ordentlichen Cast aufbietet. Das Drehbuch des Streifens stammt aus der Feder des Duos Jon Spaihts und Christopher McQuarrie und beinhaltet den folgenden Plot:

In einer fast vergessenen Vergangenheit wird die machtbesessene ägyptische Prinzessin Ahmanet (Boutella) bei lebendigem Leib mumifiziert und in einer Höhle tief unter den Massen des Wüstensandes vergraben, da sie mit der Hilfe dunkler Magie ihren Vater ermordet hat. Im Jetzt, also gut 2000 Jahre später, ist Abenteurer und Ex-Soldat Nick Morton (Cruise) in eine kriegerische Auseinandersetzung verstrickt, in deren Folge die Gruft mit dem unheilvollen Inhalt geöffnet und schon bald eine Macht entfesselt wird, der die Menschheit nicht gewachsen zu sein scheint. Denn Ahmanet erwacht zu neuem Leben, wobei ihre Bosheit und ihre Rachegedanken sie bis nach London führen. Der mysteriöse Dr. Henry Jekyll (Crowe), der in der britischen Hauptstadt eine Geheimorganisation gegen das Böse führt, warnt Morton und Archäologin Jenny Halsey (Wallis) daraufhin vor einer neuen Welt der Götter und Monster – falls keine Gegenmaßnahmen getroffen werden.
Während der insgesamt 111 Minuten Spielzeit offenbart „Die Mumie“ nicht nur die eine oder andere storytechnische Schwäche. Denn insgesamt wechseln sich auf nahezu allen Ebenen Stärken und Schwächen gleichermaßen ab. Das beginnt bei den Dialogen, die auf der einen Seite für teils gelungene Lacher sorgen, andererseits aber immer wieder auch viel zu platt und zu erzwungen pathetisch daherkommen. Selbiges Ungleichgewicht gilt für die filmischen Sequenzen. So stehen tolle Aufnahmen an Originalschauplätzen in unter anderem Namibia oder die richtig starke Sequenz eines Flugzeugabsturzes – inklusive Vogelschlag mit tollem 3D-Effekt – sowie dem sehenswerten Sandsturm in der Londoner Innenstadt (zu) vielen Darstellungen gegenüber, die schlichtweg bestens ohne 3D ausgekommen wären.

Was dagegen grundsätzlich passt, sind die Action sowie die Darstellerleistungen – auch wenn hier Oscar-Preisträger Russell Crowe und Protagonist Tom Cruise in ihren Rollen nicht allzu sehr gefordert werden. Während mit Blick auf die Damenriege Sofia Boutella eine sehenswerte Rachegöttin gibt, bleibt Annabelle Wallis als hübsche Archäologin eine eher eindimensionale, zunächst zickige und dann aber doch ganz in Nick Morton verliebte Frauenfigur. Ein weiteres Problem der Nebenrolle namens Jenny Halsey ist: Die vermeintlich innigen Gefühle zwischen ihr und dem Titelhelden, die dem Zuschauer präsentiert werden, bleiben bis zum Schluss ohne wirkliche Tiefe und wenig nachvollziehbar – und damit bleibt dem Zuschauer auch Halsey als Figur bis zum Schluss relativ egal.

FAZIT: „Die Mumie“ ist eine eher durchschnittliche Neuauflage des Gruselklassikers aus den 30er Jahren, die einige Ausschläge nach oben und unten hat, dabei aber immerhin über weite Strecken ordentlich unterhält. Dabei verbirgt sich mit Blick auf die zukünftigen Filme im „Dark Universe“ hinter der Figur von Tom Cruise, aber vor allem hinter Russell Crowes Dr. Jekyll noch einiges mehr an Potenzial.
3 von 5 Punkten

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