Die ganze Welt in einem Song?

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Ist Musik wirklich eine „universelle Sprache“? Musikfans, die international unterwegs sind, werden das gerne bejahen. Und auch die Wissenschaft hat jetzt diese These unterstützt: Musik auf der ganzen Welt weist trotz vieler Unterschiede große Gemeinsamkeiten auf.

Die weltweit vorhandenen Musikstile sind, zumindest oberflächlich betrachtet, so unterschiedlich, dass Musikwissenschafter oft skeptisch sind, ob sie wichtige gemeinsame Merkmale besitzen.

„Universalität ist ein großes – und gefährliches – Wort“, sagte einst Leonard Bernstein. Tatsächlich wurde Universalität in der Ethnomusikologie fast schon als Schimpfwort angesehen.

Samuel Mehr von der Universität Harvard fand nun heraus, dass alle untersuchten Kulturen Musik machen. In ähnlichem Kontext verwenden sie ähnliche Arten von Musik mit jeweils einheitlichen Merkmalen.

Tanzmusik ist beispielsweise im Vergleich schnell und rhythmisch, Schlaflieder sind sanft und langsam – dies gilt weltweit. Zudem zeigten sich in allen Kulturen Tonarten: Der Aufbau von kleinen Notenfolgen von einer Basisnote wie in der westlichen diatonischen Tonleiter. Lieder, die zur Heilung beitragen sollen, bestehen im Vergleich zu Liebesliedern meist aus wenigen, eng beieinanderliegenden Noten.

Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass es tatsächlich universelle Charakteristiken für Musik gibt, die womöglich grundlegende Gemeinsamkeiten aufweisen – eine fundamentale „menschliche Musikalität“.

In einem Science-„Perspective“-Artikel in der gleichen Ausgabe kommentieren Tecumseh Fitch und Tudor Popescu von der Universität Wien die Schlussfolgerungen. Die menschliche Musikalität basiert grundlegend auf einer kleinen Anzahl von fixen Säulen: fest einprogrammierten Prädispositionen, die den Menschen durch die uralte physiologische Infrastruktur unserer gemeinsamen Biologie mitgegeben wurden.

Die Welt rückt zusammen – auch musikalisch

Mit dem Zusammenrücken der Menschheit wächst auch der Wunsch, Gemeinsamkeiten in allen Aspekten unseres Verhaltens und unserer Kultur zu verstehen. Die neuen Erkenntnisse legen nahe, dass menschliche Musikalität eine dieser gemeinsamen Aspekte menschlicher Kognition darstellt.

Auszüge aus der Pressemeldung und Publikation:
„The world in a song“. W. Tecumseh Fitch, Tudor Popescu; Science, 2019
Veröffentlicht in der Artikelreihe „Perspektiven“ des Magazins.
DOI: 10.1126/science.aay2214

Quelle: Universität Wien

Auch die Songs, die wir hier vorstellen, sind sehr unterschiedlich und zugleich Ausdruck der weltweiten menschlichen Musikalität.

Die in Berlin lebende Cellistin und Komponistin Anne Müller hat gerade ihr Solo-Debütalbum Heliopause bei Erased Tapes veröffentlicht. Sie knüpft damit an eine ganze Serie von Veröffentlichungen an, bei deren Entstehung sie mitgewirkt hat, wie die gefeierte Kollaboration mit Nils Frahm7fingers“ und viele Gastauftritte bei Ólafur Arnalds’ & Nils Frahms Collaborative Works. Ebenso hat die Cellistin auf Fallen Trees von Lubomyr Melnyk mitgewirkt. Ein flüchtiger Blick auf ihre Discogs-Seite verrät, wie umtriebig sie ist. Es sind 60 Veröffentlichungen, die alle von ihrem großen Talent und ihrer Kreativität zeugen.

Haley Johnson – die talentierte Songwriterin und Sängerin ist in den USA schon äußerst erfolgreich. Im Januar 2020 kommt ihr brandneues Album „Live from Abbey Road“ heraus. Der Song Weekend ist ein Vorgeschmack darauf.

Haley Johnsen über „Weekend“ ft. Allen Stone: From countless years looking up to Allen Stone as just another fan, our worlds eventually collided and I found myself on stage singing ‘Weekend’ in front of him at a musicians retreat. From that point on, all it took was a single text message asking for him to lend his amazing vocals on it as a duet for it to become one of my all time fan favorites. Having one of the most beloved male voices of my generation on my song is an incredible honor.” 

Eliza Shaddad ist mit ihrer Single „Girls“ zurück! Nachdem ihr Debütalbum „Future“ 2018 von deutschen Medien gefeiert wurde, ist „Girls“ der erste von drei neuen Songs, die in den nächsten Monaten veröffentlicht werden. Für den neuen Song, der die Geschichte und die Herausforderungen von Eliza und einer guten Freundin von der Mädchenschule an bis heute beschreibt.

„Der Song ist eine Liebeserklärung an eine meiner ältesten Freundinnen. Es ist eine Erinnerung daran, wie es war, auf einer Mädchenschule aufzuwachsen und wie gut wir uns deshalb kennen. Der Song legt aber auch offen, wie schwierig es für mich war eine Verbindung zu ihr aufzubauen, als wir älter wurden und sie eine unglaublich schwierige Zeit durchmachte.”, sagt Shaddad über den Song

Für den 19-jährigen Jungen REMA aus Benin City, der noch vor einem Jahr hauptsächlich in der Kirche rappte und heute in seiner Heimat als Sprachrohr der Jugend gilt, hat der Song eine große Bedeutung: „‚Bad Commando‘ ist der Sound meiner Identität, es ist ein mitreißender und ermutigender Sound für die neue Generation, die ich vertrete“, erklärt der junge Popstar.

Nach vielen Jahren der Arbeit unterm Radar und viel Ablehnung bei dem Versuch, es von der Straße weg zu schaffen, ist „Bad Commando“ nun ein selbstbewusster und hoffnungsvoller Sound, „der meinen Platz als Teil der Spezialeinheit an der Front festigt, die geschickt wurde, um die Welt mit neuem Sound zu überfallen.“

Auch der ehemalige US-Präsident Barack Obama setzte den jungen Musiker auf seine Playlist.

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