DAS PERFEKTE GEHEIMNIS gibt’s nur im Kino?

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Eigentlich hatte es ein entspanntes Abendessen mit alten Freunden sein sollen, zu dem das arrivierte Ehepaar Rocco (Wilke Wotan Möhring) und Eva (Jessica Schwarz) eingeladen hatte. Rocco, der Schönheitschirurg, hatte es sich nicht nehmen lassen, seine Gäste zu bekochen. Und schon bald sind sie alle da. Da ist Simon (Federik Lau), das gescheiterte männliche Model, der jetzt Taxi fährt, und seine Freundin Bianca (Jella Haase), die quirlige Tierärztin, in die er scheinbar bis über beide Ohren verliebt ist.  Leo (Elyas M’Barek), der sich in Elternzeit befindet, während seine Frau Carlotta (Caroline Herfurth) in einer Werbeagentur die Brötchen verdient.

Sind sie auch gleich noch gute Freunde? Fotorechte: Constantin Film

Pepe, der sensible Studienrat, der zur Enttäuschung aller statt seiner neuen Freundin, ein Teleskop mitbringt, mit dem er vom Balkon die Mondfinsternis beobachten will. Beim Smalltalk frischt man zunächst alte Erinnerungen auf. Doch dann schlägt Eva, die kühle Psychotherapeutin, ein Spiel vor.  Alle sollen ihre Smartphones auf den Tisch legen und für die Dauer des Essens jeden Anruf und jede SMS und empfangene Fotos für die Dauer mit der gesamten Gruppe zu teilen.

Schon bald kommt es zum unvermeidlichen Desaster und das Handy wird zu einer wahren Büchse der Pandora. Wie dieser, einmal geöffnet, im griechischen Mythos alle Übel der Welt entweichen, enthüllt das tückische Spiel so manch peinliches digitales Geheimnis, das unter anderen Umständen die Protagonisten sorgsam gehütet hätten.

Schon bald kippt die Stimmung am Tisch, gegen die auch die kulinarischen Merkwürdigkeiten, die Rocco auftischt, und der Wein, den man in großen Mengen in sich hineinkippt, nicht helfen. Der Tonfall wird zunehmend ruppiger. Misstrauisch belauern sich die alten Freunde, schnell kommt es zu Anfeindungen und Verurteilungen, Beziehungen drohen zu zerbrechen.

Bora Dagtekins Remake DAS PERFEKTE GEHEIMNIS ist die 18. Verfilmung des italienischen Originals „Perfetti sconosciuti“ von Paolo Genovese aus dem Jahre 2016. Der Macher von „Fack Ju Göhte“ hat das Kammerstück in einer gepflegten Altbauwohnung inszeniert und hierbei auf minimale Beleuchtung gesetzt. Die vorwiegend erdigen, warmen Farbtöne kontakarieren die zunehmend vergiftete Atmosphäre. Der Film ist mit dem Who is Who des jungen deutschen Films glänzend besetzt und überzeugt mit witzigen Dialogen.  

Ab heute in den Kinos

Fotorechte: Constantin Film

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