Das Mädchen, das verstummte

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Torsby – ein kleiner Ort in Schweden. Im Allgemeinen geht es hier eher ruhig und friedlich zu, und die Gemeindevorsteherin Pia Flodin bemüht sich, der kleinen Gemeinde ein noch besseres Image zu verleihen. Dies wird  jedoch vereitelt, als ein schrecklicher Mord passiert. Eine vierköpfige Familie wird im eigenen Haus erschossen.  Kommissar Erik Flodin – mit den Ermittlungen beauftragt – muss schnell feststellen, dass er mit diesem Fall hoffnungslos überfordert ist. Deshalb schaltet er die Reichsmordkommission ein und damit Torkel und sein bewährtes Team – Vanja, Billy und Sebastian. Auf Ursula und ihre intuitive Fähigkeit, den Tatort und das Tatgeschehen blitzschnell zu überschauen und einzuschätzen, muss das Team immer noch verzichten. Von der verhängnisvollen Schussverletzung, der eines ihrer Augen zum Opfer gefallen ist, hat sie sich noch nicht ganz erholt. Torkel, der sich noch immer private Hoffnungen macht, wieder mit Ursula zusammen sein zu können, will sie aber so gut wie eben möglich  von zu Hause aus an der Ermittlungsarbeit beteiligen. Und schnell zeigt sich, dass das eine gute Idee war, denn Ursula kann bei der Durchsicht der Tatortbilder erkennen, dass neben den vier getöteten Familienmitgliedern noch eine fünfte Person, augenscheinlich ein Kind, in dem Haus gewesen sein muss. Ein Zeuge auf der Flucht und in unmittelbarer Gefahr.
Ein Suchtrupp bleibt anfangs erfolglos. Erst als Sebastian, Kriminalpsychologe und mehr als das schwarze Schaf im Team, einen entscheidenden Hinweis bekommt, kann der Aufenthaltsort des Kindes ausgemacht werden. Und Sebastian mit seiner unglücklichen Familiengeschichte trifft auf ein Kind, das ihn an sein eigenes erinnert. Nicole verschafft ihm nun die Möglichkeit, zu zeigen, was er nicht nur als Kriminalpsychologe, sondern auch als Mensch zu bieten hat. Bisher war er nur als sexbesessener Lügenerzähler, aber brillanter Psychologe in Erscheinung getreten.
Das Mädchen ist traumatisiert und spricht nicht, vertraut aber Sebastian blindlings, sodass ihm die Aufgabe zufällt, das Kind zu betreuen und möglichst viel von Nicole  zu erfahren.

Was allerdings dem Team um Torkel noch fehlt, ist das Motiv. Bis deutlich wird, dass eine Bergbaufirma großes Interesse an den Grundstücken hat, auf dem auch das Haus der getöteten Familie steht. Viel Geld wurde geboten – wenn das nicht ein ausreichendes Motiv für Mord ist?

Die beiden Autoren haben mit dem 4. Fall der Bergmann-Reihe noch einmal einen Höhepunkt gesetzt, kaum vorstellbar für diejenigen, die schon die anderen Fälle gelesen haben. Die Geschichte ist klug durchdacht und bis zum letzten Augenblick ungeheuer spannend und bewegend. Unbedingt lesen!

Das Mädchen, das verstummte

Michael Hjorth / Hans Rosenfeldt

Wunderlich
15.10.2014
592 Seiten
ISBN 978-3-8052-5077-1

Hans Rosenfeldt, Jahrgang 1964, schreibt Drehbücher, zuletzt für die ZDF-Koproduktion «Die Brücke – Transit in den Tod». In Schweden ist er ein beliebter Radio- und Fernsehmoderator.

Michael Hjorth, geboren 1963, ist ein erfolgreicher schwedischer Produzent, Regisseur und ebenfalls Drehbuchautor. Er schrieb u.a. Drehbücher für die Verfilmungen der Romane von Henning Mankell. Ihr gemeinsames Krimidebüt «Der Mann, der kein Mörder war» wurde ein Riesenerfolg, das Buch erschien in 22 Ländern und stand monatelang auf den internationalen Bestsellerlisten. .

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