Daniil Trifonov: Eine Bahnfahrt mit Pianokonzertbegleitung

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Zwei Pianisten, die erstaunliche Ähnlichkeiten in ihrer Biografie aufweisen, obwohl sie viele Jahrzehnte trennen. Gemeint sind der russische Pianist und Grammy-Award-Gewinner Daniil Trifonov und der große russische Komponist und Pianist Sergej Rachmaninow.

Ist der Letztere weltberühmt geworden und in seiner Klangsprache der Romatik verhaftet, so hat der 1991 in Nischni Nowgorod geborene Daniil Trifonov durch sein im letzten Jahr veröffentlichtes Chopin-Album Furore gemacht. Sein neues Album „Destination Rachmaninov – Departure“ (VÖ: 26.Oktober) ist nun eine Hommage an den Komponisten Sergei Rachmaninov.

Die Ähnlichkeiten der beiden Musiker hört damit nicht auf. Anlässlich der Veröffentlichung gibt es einen Kurzfilm, der das Gefühl der Fremde und der Heimat-Nostalgie der beiden Künstler zeigt und durch Rachmaninovs Amerikatournee Anfang des 20. Jahrhunderts  inspiriert wurde. Trifonov konzertiert selbst oft und ist viel auf Reisen, es ist also nicht nur eine historische, sondern auch eine in gewissem Sinne humorvolle Selbstreflexion.

Doch nicht nur die Amerikatournee, sondern auch Rachmaninovs 4. Klavierkonzert hat den jungen Pianisten dazu gebracht.

Denn “die Eröffnung ist für mich wie eine Bahnfahrt. Sie beginnt mit diesem ungestümen rhythmischen Schwung, der zeigt, wie Rachmaninov Musik als Emotion auffasste.“ meint Trifonov.

Zudem empfindet er das 4. Klavierkonzert als Rachmaninovs modernstes. Es ist Trifonovs Lieblingskonzert und mit seinen Jazz-Elementen im Schlusssatz markiert es die bis zu Rachmaninovs Tod einhergehenden konstanten Veränderungen der Partitur, die den besonderen Stellenwert im Schaffen Rachmaninovs als „modernen Komponisten“ unterstreicht.

Das Video ist trotz der Requisiten des 20. Jahrhunderts in die Bildsprache unserer Zeit übertragen und stellt mit der erstmaligen Verfilmung eines kompletten Konzertsatzes (4. Klavierkonzert/1. Satz) die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart her.

Hier ist es zu sehen:

http://www.klassikakzente.de/daniil-trifonov/biografie

Foto: Deutsche Grammophon / David Acosta