Countdown – Horrorfilm über eine App

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Möglicherweise ist es unterhaltsamer, 90 Minuten auf seinem Smartphone herum zu scrollen, als sich COUNTDOWN anzusehen, einen Horrorfilm über eine App, die den Benutzern exakt voraussagt, wann sie sterben werden.

Und da denken manche, Facebook hätte seine Schattenseiten!

Eigentlich ist die Prämisse des Films gar nicht so übel, doch Regisseur Justin Dec, der auch das Drehbuch schrieb, macht nichts daraus, da er dem Zuschauer eine oberflächliche Suspense-Geschichte auftischt, in der die Zahl der stumpfsinnigen Jumpscares die wenigen echten Schreckensmomente deutlich übersteigt.

Wie viel Zeit hat Quinn noch, bis zu ihrem Todeszeitpunkt? Foto: Universum

Die beliebte, engagierte Krankenschwester Quinn erfährt von einer neuen Smartphone-App, die in Form einer digitalen Countdown-Uhr anzeigt, wie viel Zeit man noch bis zu seinem Tod hat. Was zunächst als eine simple, wenngleich düstere Ablenkung erscheint, bereitet Quinn zunehmend Sorgen, weil die Menschen in ihrer engsten Umgebung exakt zu dem Zeitpunkt sterben, den die App vorausgesagt hat. Quinn, die die App ebenfalls heruntergeladen hat, sieht mit einem Blick auf dem Display, dass sie in etwa zwei Tagen sterben wird.   

Decs Konzept löst beim Zuschauer zunächst eine gewisse Unbehaglichkeit aus. Eigentlich scheint es keinen Grund zu geben, warum die App das Sterbedatum ihrer Nutzer kennen sollte. Doch dann erweisen sich ihre Voraussagen mit beunruhigender Genauigkeit und zwingen Quinn zu einem tödlichen Wettlauf gegen die Zeit.

Horrorfilm
Krankenschwester Quinn hat keine Zeit zu verlieren Foto: Universum

Leider gehen dem Film dann ziemlich schnell die Ideen aus, und er erschöpft sich in einer Folge sich wiederholender Szenen. Die wenige Zeit, die Quinn noch bleibt, verbringt sie damit, den Countdown zu stoppen oder von ihrem schleimigen Chef, Dr. Sullivan (Peter Facinelli), sexuell belästigt zu werden, eine dürftige Nebenhandlung, in der die  #MeToo-Debatte thematisiert wird, ohne diesem ernsthaften Thema annähernd gerecht zu werden.

Und dann taucht noch ein kiffender Priester (P.J.Byrne) auf, der trotz seiner profunden Exorzismus-Kenntnisse vergeblich versucht, den unseligen Fluch der App zu brechen – eine Rolle, die zeigt, dass der Film sich wohl selbst nicht allzu ernst nimmt. Weder kümmert er sich um seine Figuren, noch bemüht er sich um irgendeinen Sinn für Kohärenz. Also gibt es auch keinen Grund für den Zuschauern, dies zu tun.

Alle Fotos: (c) Universum Filmverleih

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