Robben Ford & Bill Evans: The Sun Room

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Der US-Saxophonist Bill Evans kann auf eine ansehnliche Karriere zurückblicken. 21 Soloalben umfasst sein Katalog. Hinzu kommen zahlreiche Kollaborationen mit diversen Jazzgrößen wie Herbie Hancock und Miles Davis, auf dessen Album „Star People“ er unter anderem zu hören ist.  Auch die Liste der Meriten des US- Blues- und Jazz-Gitarristen Robben Ford ist lang. Als Solist sowie durch zahlreiche Projekte mit Chick Corea, B. B. King und anderen wurde er auch einem internationalen Publikum bekannt wurde. Beide haben schon oft gemeinsam auf der Bühne gestanden und auch im Studio in unterschiedlichen Konstellationen zusammengearbeitet. 

Wenn zwei so herausragende Musiker sich zusammentun, um gemeinsam ein Album einzuspielen, kann eigentlich nur Gutes dabei herauskommen. Ihr neues Werk THE SUN ROOM, das heute erschienen ist, belegt die Richtigkeit dieser Erfahrungsregel. Bei den Aufnahmen stand ihnen an den Drums Keith Carlock (Steely Dan) und am Bass James Genus (Brandford Marsalis, Chick Corea) zur Seite.

Bill Evans und Robben Ford lieferten neun Eigenkompositionen

Alle neun Songs sind Eigenkompositionen von Evans und Ford,  eingängige, flüssige Tracks, die sich gekonnt zwischen Jazz, Blues, Roots und Americana bewegen und von großer Spielfreude aller Akteure zeugen.  Im Ensemble agiert das Quartett ausgesprochen stark und mit großer rhythmischer und melodischer Geschlossenheit, die Soli sind schlichtweg packend. Evans und Ford suchen und finden sich hierbei, nehmen abwechselnd die Impulse des Partners auf, während Carlocks fließendes Schlagzeugspiel und Genus brummelnder Bass die perfekte rhythmische Grundierung für die leichthändig interagierenden Linien von Saxophon und Gitarre schaffen.

Ein schönes Beispiel hierfür ist der Titel „Big Mama“, bei dem Evans und Robben von Bass und Schlagzeug angetrieben sich gegenseitig befeuern und die Bälle zuspielen. Aber auch die übrigen Titel sind durchweg auf hohem Niveau „Catch A Ride“ ist ein toller Shuffle, bei dem Evans mit einem sanft säuselnden Saxophon übernimmt, bevor Ford sich mit einer schönen Bluesgitarre freispielt.

Oder etwa „Star Time“, ein lässiger Mainstream-Bop, der mit ein paar eingängigen, hart geschlagenen Gitarrenakkorden und einer knalligen Snaredrum eröffnet, springt einen mit seiner guten Laune förmlich an. Und „Something in the Rose“ gefällt mit herrlich flirrenden Vibes und schönen Melodiebögen.  Der Titel „Gold On My Shoulder“, bei dem Ford singt, ist dagegen eine gekonnte Melange aus Blue Soul und Jazz mit einem Hauch Pop-Ästhetik.  

THE SUN ROOM ist ein gelungenes Album, das nicht nur Jazz- und Bluesfans, sondern auch einem allgemeinen Publikum gefallen dürfte.   

Tracklist
01. Star Time
02. Catch A Ride
03. Big Mama
04. Gold On My Shoulder
05. Pixies
06. Something In The Rose
07. Insomnia
08. Strange Days
09. Bottle Opener

Artist: Robben Ford & Bill Evans
Release:“The Sun Room”
26.07.19
Label: earMUSIC / Edel Germany 
Formate: CD & digital

Fotocredit: Schimmel

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