Berlinale: Goldener Bär für den besten Kurzfilm und Erstlingsfilm 2019

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Bei der gestrigen feierlichen Preisverleihung im Berlinale Palast wurde der Experimentalfilm „Umbra“ von Florian Fischer und Johannes Krell mit dem Goldenen Bären für den besten Kurzfilm im Wettbewerb der Berlinale 2019 ausgezeichnet.

Mit dem Kurzfilm „Umbra“ absolvierte Johannes Krell sein Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln. Die Mitglieder der Internationalen Kurzfilmjury der Berlinale 2019 Jeffrey Bowers (USA), Vanja Kaludjercic (Kroatien) und Koyo Kouoh (Senegal) begründeten ihre Entscheidung wie folgt:

„Abstrakt, aber sehr präzise, wunderschön und unglaublich komplex, dieser Film hat uns einfach nur begeistert und hat uns unser Universum neu erfahren lassen.“

Der Film „Umbra“ widmet sich gewöhnlichen und seltenen optischen Erscheinungen, die in der Natur auftreten. Diese Phänomene rufen vertraute Abbilder wie Schatten oder Spiegelungen auf einer Wasseroberfläche hervor; aber auch ungewöhnliche Erscheinungen wie das sogenannte „Brockengespenst“ oder den Lochblendeneffekt während einer Sonnenfinsternis. Diese uralten und natürlichen Projektionen können als kultur- und apparaturunabhängige Bilder betrachtet werden, die schon vor der Evolution des Menschen zugegen waren. Sie alle eint ihre nicht greifbare, flüchtige Präsenz. In ihrer Immaterialität und Fragilität sind sie Vorläufer des kinematografischen Bildes. Es entsteht ein visueller Dialog zwischen Phänomen und Apparatur, Urbild und Abbild, Selbst und Selbstwahrnehmung.

Der experimentelle Dokumentarfilm von Johannes Krell und Florian Fischer wurde von der Rosenpictures Filmproduktion und der Kunsthochschule für Medien Köln hergestellt und von der Film- und Medienstiftung NRW, der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) und der BKM gefördert. Insgesamt hat die Sektionsleiterin Maike Mia Höhne und ihr Team 24 Kurzfilme aus 17 Ländern in den Wettbewerb Berlinale Shorts eingeladen.

Der Spielfilm von Mehmet Akif Büyükatalay „Oray“ bekam den Preis für den besten Erstlingsfilm der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2019. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird von der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF) gestiftet.

Deniz Orta (Burcu) und Zejhun Demirov (Oray) in „Oray“, Spielfilm von Mehmet Akif Büyükatalay, 2019, 100 Minuten Foto: filmfaust/KHM/ZDF/Christian Kochmann

Das Preisgeld teilen sich Regisseur Mehmet Akif Büyükatalay und die Produzenten des Films Claus Reichel und Bastian Klügel, ebenfalls ein Absolvent der KHM. Mit ihrer gemeinsamen Produktionsfirma filmfaust haben sie „Oray“ in Koproduktion mit der Kunsthochschule für Medien Köln und dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel und mit Fördermitteln der Film- und Medienstiftung NRW hergestellt.

Mit seinem ersten langen Spielfilm „Oray“ war Mehmet Akif Büyükatalay von Linda Söffker in die Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2019 eingeladen worden. Der GWFF Preis Bester Erstlingsfilm wird sektionsübergreifend an einen Debütfilm aus den Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum, Generation oder der Perspektive Deutsches Kino vergeben.

Die Mitglieder der Jury – Katja Eichinger (Deutschland), Alain Gomis (Frankreich) und Vivian Qu (China) – haben „Oray“ aus insgesamt 16 nominierten Spielfilmdebüts der diesjährigen Berlinale mit folgender Begründung ausgewählt:

„Wir haben den folgenden Film gewählt, da er ein sehr starkes Portrait eines jungen Mannes ist, der mit widersprüchlichen Kräften in sich kämpft. Das verspricht eine starke neue Stimme im europäischen Kino zu werden.“

Titelbild: Still aus „Umbra“, Experimentalfilm von Florian Fischer und Johannes Krell, 2019, 20 Minuten, copyright: Rosenpictures/KHM

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