Beale Street Blues von James Baldwin

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Die Beale Street liegt Downtown in Memphis im US-Staat Tennessee. Sie gilt als die „Heimat des Blues“. Louis Armstrong benannte eines seiner Alben Beale Street Blues.

Der gleichnamige Film, der auf dem Bestseller-Roman des preisgekrönten US-Autors James Baldwin beruht, ist seit März in den Kinos zu sehen.

Was die Beale Street erzählen kann, ist eng mit dem Leben und Schicksal der dort lebenden schwarzen Bevölkerung verknüpft. Der schwarze Schriftsteller James Baldwin behauptet sogar „Die Beale Street ist unser Erbe.“

Die Geschichte des Romans handelt von Tish und Fonny, 19 und 22 Jahre alt, die sich seit ihrer Kindheit kennen. Die unzertrennlich wurden, nach einem heftigen Streit, und wie aus der Freundschaft schließlich Liebe wird. Und dies ist ein Teil des Romans, der besonders bemerkenswert ist. Über mehrere Seiten beschreibt er auf unvergleichlich poetische Weise die vorsichtige und zärtliche Annäherung der beiden, als sie sich das erste Mal körperlich lieben.  

Fonny und Tish beschließen zu heiraten, denn Tish ist schwanger und ihre Familien, obwohl nicht ohne gegenseitige Voreingenommenheit unterstützen sie darin. Doch dann kommt alles anders.

Der stete Kampf gegen den herrschenden Rassismus, der auch nicht vor der weißen Justiz Halt macht, wird für die jungen Liebenden zu einem Desaster. Fonny wird bezichtigt, eine Frau vergewaltigt zu haben. Er gerät in die Fänge einer rassistischen Justiz und in ein Gefängnis, in dem Gewalt und eine besondere Form des Sklaventums an der Tagesordnung sind.

Baldwin erzählt von der Unsichtbarkeit der Schwarzen, über die Hierarchien zwischen Schwarz und Weiß, die jedoch ebenso in der schwarzen Bevölkerung zu finden sind. Verschiedene Schattierungen des Hauttons wirken sich auf die Chancen und Möglichkeiten aus, sie sind düsterer oder heller, je nachdem.   

Der Roman besticht durch seine große emotionale Kraft. Er spiegelt die Hoffnung auf ein besseres Leben wider, aber auch die Wut und die Ohnmacht über eine Welt, die nicht in der Lage ist, für alle gerecht und menschenwürdig zu sein.  

Der Roman „Beale Street Blues“ von James Baldwin ist für uns heute noch, egal welche Hautfarbe wir haben, bedeutsam und so traurig schön wie ein Bluessong.  

Das Taschenbuch ist gerade bei dtv erschienen

James Baldwin (1924-1987) in New York geboren, war und ist noch vieles: ein verehrter, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und eine Ikone der Gleichberechtigung aller Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Herkunftsmilieus. Er war der erste schwarze Künstler auf einem Cover des ›Time Magazine‹. Baldwin starb 1987 in Südfrankreich.

Bluessongs, die im Roman Beale Street Blues eine Rolle spielen:

Titelfoto: Pixabay

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