Anita Rée in der Kunsthalle Hamburg

Die Künstlerin Anita Rée (1885–1933) und ihr faszinierendes und facettenreiches Werk wird seit Oktober 2017 in der Kunsthalle Hamburg gezeigt. Die Künstlerin selbst ist faszinierend und rätselhaft, sie lebte in vielerlei Hinsicht ein ungewöhnliches Leben zwischen den Welten. Es gelang ihr, sich in den 1920er-Jahren als Frau in der Kunstwelt zwischen Tradition und Moderne zu behaupten, sie machte sich regional und international einen Namen. Zwar war sie protestantisch erzogen, hatte aber südamerikanische und jüdische Wurzeln.

In ihren Werken spiegeln sich die zum Teil radikalen Veränderungen der modernen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht dabei die noch immer hochaktuelle und existentielle Frage nach der eigenen Identität. In eindringlichen Bildern präsentiert Rée Menschen anderer Herkunft und das Selbst als fremdes Wesen.
Sehr berührend sind ihre intimen Frauenakte, aber auch die südliche Landschaft als Sehnsuchtsort. Weltliche Figurenbilder mit religiösem Gehalt oder vereinzelte Tiere in kargen Dünen zeigen die große Vielfalt ihrer Motive.

Diese erste umfassende Ausstellung zu der Malerin Anita Rée stellt mit rund 200 teilweise noch unbekannten Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und gestalteten Objekten ein überraschend facettenreiches Werk vor. Es reicht von impressionistischer Freilichtmalerei über kubistisch-mediterrane Landschaftsbilder bis hin zum neusachlichen Porträt.

noch bis 6. Februaur 2018
in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

Titelbild: Anita Rée (1885–1933)
Selbstbildnis, um 1913
Kohle und Aquarell, 44,5 x 32 cm
© Hamburger Kunsthalle / bpk
Foto: Christoph Irrgang