Alles ist wahr – ein Buch von Emmanuel Carrère

Lieben und arbeiten – nach Sigmund Freud sind es diese Fähigkeiten, die einen psychisch gesunden Erwachsenen kennzeichnen. Emmanuel Carrère fühlt sich, was seine Liebesfähigkeit betrifft, noch weit davon entfernt. Gerade haben er und seine Lebensgefährtin beschlossen, sich nach ihrem Urlaub zu trennen. Doch dann muß er erleben, wie ein Tsunami den Tod der einzigen kleinen Tochter eines befreundeten Ehepaares verursacht. Die Monsterwelle zerstört Menschenleben, Gebäude und Pflanzenwelt. Sie verändert aber auch die Sicht derjenigen, die diese Zerstörung überleben, aber  mit ansehen müssen, wie erbarmungslos sie gewütet hat. Sie fragen sich nicht nur einmal, wieso sie mit dem Schrecken davon gekommen sind. Denn wo bei vielen Menschen Liebe und Geborgenheit den Tag bestimmten, herrscht plötzlich Angst und Trauer. Nach Paris zurückgekehrt, will Emmanuel nun doch mit Helène das gemeinsame Leben fortsetzen. Als jedoch Juliette, die Schwester Helènes, die Diagnose Krebs erhält, wird ihr Alltag verändert. Der Autor beschließt, all diese Ereignisse festzuhalten und ein Buch darüber zu schreiben.

Es wird zu einem bewegenden Zeugnis über Liebe und Tod und eine ganz besondere Freundschaft – das Buch  erzählt aber ebenfalls von zwei jungen Amtsrichtern, die ihre Tätigkeit als Berufung verstehen und sie mit Mut und Intelligenz umsetzen. Ein sehr empfehlenswertes Buch – IMK.

 

Emmanuel Carrère

Alles ist Wahr

Aus dem Französischen von Claudia Hamm

ISBN: 978-3-88221-951-7

Verlag: Matthes & Seitz

 

Über den Autor: Emmanuel Carrère, geboren 1957, lebt als Schriftsteller, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor in Paris. 2010 war Carrère, dessen Dokumentarfilm ›Rétour à Kotelnitch‹ 2003 auf dem Filmfest Venedig gefeiert wurde, Jurymitglied bei den Filmfestspielen in Cannes. Für ›Limonow‹ wurde er 2011 mit dem Prix Renaudot und dem Prix de la langue française ausgezeichnet.

 

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