7 Tage in Entebbe – Filmtipp

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Die 1970er Jahren markieren einen Zeitraum in Deutschland, der von terroristischen Aktionen der Rote Armee Fraktion (RAF) gekennzeichnet ist, die die Bundesrepublik in Atem hielten.

Als am 27. Juni 1976 eine Gruppe palästinensischer und deutscher Terroristen die Air France Maschine 139 auf ihrem Weg von Tel Aviv nach Paris kaperte, waren die führenden Mitglieder der RAF bereits tot. Am 9. Mai 1976 fand man Ulrike Meinhof erhängt in ihrer Zelle. Die beiden deutschen Terroristen Brigitte Kuhlmann und Wilfried Böse, Mitglieder der Revolutionären Zellen, waren zuvor gemeinsam mit Mitgliedern der Volksfront zur Befreiung Palästinas in einem Ausbildungslager im Jemen für diese Entführungsaktion geschult worden. Dem waren in Deutschland Diskussionen in der linken Szene vorangegangen, wie sinnvoll oder moralisch vertretbar eine solche Aktion sei. Mit dem Ergebnis, dass Böse und Kuhlmann den Kampf der Volksfront unterstützen wollten.

Die mit Schusswaffen, Handgranaten und Sprengstoff bewaffneten Terroristen brachten das Flugzeug kurz nach dem Start in ihre Gewalt. Ihre Forderung: die israelischen Geiseln an Bord sollten gegen palästinensische Gefangene ausgetauscht werden.

Schon die Wahl, eine Tanzszene an den Anfang des Films “ 7 Tage in Entebbe“ zu stellen, ist ungewöhnlich, erklärt sich aber während des Films. Auch wenn das Geschehen und der weitere Verlauf des Geiseldramas nach der Landung der Maschine auf dem Flughafen in Entebbe fokkussiert ist, werden doch Reaktionen außerhalb dieses Settings gezeigt., wie die Reaktion der Regierung Israels. Der Regisseur hat auf der Grundlage eigener Recherchen diese präzise nachgezeichnet. Nachdem feststeht, dass es eine militärische Lösung geben wird, gerät ein junger Soldat ins Blickfeld, der mit einer Tänzerin zusammenlebt. Deren Platz innerhalb der Choreografie ist der des jungen Soldaten Zeev ( Ben Schnetzer) ähnlich. Nur das Zeevs Rolle bei dieser militärischen Aktion ungleich gefährlicher ist.

Der Film thematisiert Angst, Gewalt und Zerstörung, die diese Entführung mit sich brachte aus verschiedenen Blickwinkeln: der Terroristen, der Geiseln, der Crew und der israelischen Regierung. Auch Selbstzweifel, wie bei der Terroristin Kuhlmann, oder die fanatischen Überzeugungen bei den übrigen Tätern. Damit wirft der Film deutlich moralische Fragen auf, die sich für alle Beteiligten stellen.

Der Regisseur José Padilha hat ein Stück Geschichte neu aufgerollt, dessen politische Brisanz bis heute gegenwärtig ist und dringend gelöst werden muss, der palästinensische und israelische Konflikt.

Sein Film richtet den Blick jedoch konsequent auf die Beteiligten, wie sie reagieren, entscheiden und handeln, wenn sie vor einer solchen Herausforderung stehen. Spannende und rasante Filmszenen machen den Film zudem zu einem dramatischen Thriller.

Die ausgezeichnete Präsenz der Schauspieler Daniel Brühl in der Rolle des Wilfried Böse, Rosamund Pike als Brigitte Kuhlmann, Eddi Marsan als Shimon Perez und Lior Ashkenazi als Yitzak Rabin komplettieren ihn zu einem hochkarätigen Film.

Ab heute in den Kinos

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